Ich muss ja zugeben, dass das 2010er „Mastermind“-Album relativ schnell wieder von meinem Plattenteller verschwunden ist. Zu groß war der kreative Abstand zu den Neunziger-Meisterwerken und zu langweilig und glattgebügelt schien mir die Musik. Wohl nicht umsonst gingen Monster Magnet kurz danach nochmal mit dem „Dopes to Infinity“-Album auf Tour.
Bei der Mastermind-Neuinterpretation „Cobras and Fire (The Mastermind Redux)“ wurde aber nun wieder einiges durcheinander gewirbelt. Der namensgebende Titeltrack wird zur „Mastermind `69“-Version, aus „Dig that Hole“ wird „She digs that hole“, einige Songs wie „Bored with Society“ fallen ganz weg, dafür kommen neue Stücke dazu.
Das ganze Album besticht durch seinen warmen, erdigen Klang. Die typischen MONSTER MAGNET-Bassläufe dominieren viele Stücke und Dave Wyndorfs Gesang tut sein Übriges um sich gleich zu Hause zu fühlen. Dazu kommt wie schon beim "Last Patrol"-Remake "Milking the Goatmachine" der 60er-Jahre-Touch inklusive Hammond-Orgel-Einsatz (zum Beispiel bei „Watch me Fade“). Durch Integration von Sitar-Klängen („Mastermind“) fühlt man sich in eine Opiumhöhle versetzt und wartet auf den orientalischen Schlangenbeschwörer mit der namensgebenden Kobra. Passend dazu dann der Drogentrip des überlangen „Hallucination Bomb“, aus dem auch der Albumtitel stammt. „Gods and Punks“ als Band-typische Powerballade über die Frauen ist ein persönliches Highlight, die Instrumentale „The Titan“ und „Time Machine“ kann man sich schenken und „Ball Of Confusion“ ist wieder eine Stück für E-Bass-Liebhaber. Abgeschlossen wird die Platte durch ein weiteres halluzinationsverseuchtes überlanges Instrumental, sodass ein Großteil der Scheibe locker als Hintergrundmusik durchgehen kann.
Insgesamt wäre es mir lieber gewesen, etwas Neues aus dem Hause MONSTER MAGNET zu hören, anstatt den nächsten Aufguss von altem Material serviert zu bekommen. Allerdings wäre ich sehr interessiert daran, wie sich eine „Powertrip“-Neubearbeitung anhören würde! Also noch ein paar Remake-Alben abwarten.