Das war auch zu empfehlen, denn ich fand, dass es in dem Genre wesentlich stärkere Alben als ´Sleepers In The Rift´ gibt. Auf dem neuen Album lassen es die Schweden ruhiger angehen. Ok, ein ruhiges Intro haben ja viele, aber das ist ja gar kein Intro, sondern der Opener. Auf Sweven gibt es aber durchaus auch schnelle und harte Parts. Mich erinnert das neue Album stellenweise an Opeth zu ihren früheren Tagen.
Fred Estby hat der Platte einen großartigen Sound verpasst. ´Sweven´ klingt von der Produktion düster und erdig, aber differenziert. Insbesondere die kehligen Vocals können überzeugen. Was das Songwriting angeht, bin ich allerdings nicht ganz so begeistert. Die Tracks schlagen oft zu viele Haken - vor wem ist man denn da auf der Flucht? ´Aurora In The Offing´ beispielsweise startet mit einem starken Riff, aber anstatt das noch einmal zu wiederholen oder an anderer Stelle im Song noch mal auftauchen zu lassen, wird Part an Part gereiht, ohne dass ich einen roten Faden erkenne. Das ist insbesondere deswegen ärgerlich, weil sich die Songs dann doch sehr ähneln. Ein Überangebot an kreativen Ideen lag also nicht vor.
Wenn MORBUS CHRON sich hier und da etwas zurückgenommen hätten, wäre die Platte sicherlich überzeugender ausgefallen. Alle, die die düstere Atmosphäre und technische Spielereien lieben, sollten die Platte mal antesten. Ich finde, dass Cauldron Black Ram diese Verbindung auf ihrem neuen Album wesentlich besser hinbekommen haben.
Laut Info der Plattenfirma werden MORBUS CHRON nun den Death Metal für eine neue Ära definieren. Das glaube ich nicht. Man gut, es wäre sicher nicht die beste Ära, die dieses Genre in den letzten 30 Jahren gesehen hat.