Die Wurzeln der Band reichen bis in das Jahr 1999 zurück, doch erst jetzt, fünfzehn Jahre später, erscheint das Debütalbum "Infinite Dissonance". Gut Ding braucht eben Weile. Natürlich hatte man schon das ein oder andere Demo aufgenommen und sich in verschiedenen Genres ausprobiert: Thrashdeath, Symphonic Black bis hin zum mid-tempo Blackdeath Metal.
Der Longplayer "Infinite Dissonance" ist eine Mischung aus dem eben genannten, abgesehen von den Thrash-Wurzeln, die man völlig hinter sich gelassen hat. Auffällig ist zunächst die atmosphärische Melodik, für die auch Bands wie INSOMNIUM oder OCTOBER TIDE bekannt sind und die den Hintergrund für mal todesmetallische Gegrowle oder schwarzmetallisches Gekrächze bietet. Fetzige mid-tempo Riffs sorgen für gesetzte, hypnotische, aber nicht einschläfernde Dynamik. Mitunter, wenn es besonders düster oder leidend sein soll, finden sich auch klare Vocals, wie in 'Idealistic', eine niederdrückende Düsterhymne mit einem Hang zur Epik und Wechsel der Tempi. Das ist dann fast schon schrammeliger Alternative Metal.
Verlangsamt doomig mit souligen PARADISE-LOST-mäßigen Leadgitarrenparts wird es dann teilweise in dem Track 'Insane Blossoming', wenn nicht gerade leidenschaftliches Riffing das Regiment übernimmt.
Die zweite Hälfte wird eingeläutet durch das um einiges heftigere 'Into Oblivion', das trotz seiner Hymnik den Anfang des black-metallischeren Teiles macht ('Rejection'). Die Melodik bleibt, ebenso die ausgeklügelten Songstrukturen im Spannungsfeld von wiederkehrender Eingängigkeit und überraschender Variation ('Euphoria From Being Depressed').
Kurz: NEGATIVE VOICE legen mit "Infinite Dissonance" ein eindrucksvolles Debüt vor, das dem guten alten infernalen Black Metal durch seine düstere, hymnische Melodik und seine Anleihen beim Doom und Death Metal ein ganz neues Leben einhaucht.