Die Gründung erfolgte im Jahre 2004 im südpolnischen Bochnia als Projekt unter Freunden mit dem Ziel, einen genuin eigenen Sound zu entwickeln und einfach anders als andere Extreme Metal Bands zu klingen. Dazu spielte man mit den verschiedensten Elementen anderer Genres.
Nach zwei Longplayern (2008: "Uberealistic"; 2011: Antimatter) und einem grundlegenden Wechsel des Line-up erreicht uns mit dem drittem Longplayer ein äußerst hypnotischer Sound, der in fünf insgesamt über 47 Minuten langen Songs ein überaus düster-angenehmes Hörerlebnis garantiert. Dabei wird unablässig eher im ruhigeren Midtempo-Bereich riffmäßig geschrammelt. Immer wiederkehrende Soundmotive- und Strukturen sind dabei das Grundgerüst, das zum einen eine überaus beruhigende, hypnotisierende Wirkung erzielt, das zum anderen aber auch die Grundlage für die ein oder andere experimentelle Phase ist.
Ruhigere, sphärische, unmetallische, ambientmäßige Phasen dominieren vor diesem Hintergrund ('Shattered Vertebrae of the Zodiac'). Fast schon ein bisschen zu viel des guten Experimentierens. Na, ja. Die metallischen Partien wissen allerdings dann doch immer zu überzeugen.
Dass selbige jedoch immer wieder unorganisch und relativ unmotiviert unterbrochen werden ('Pregressed'), muss eigentlich wirklich nicht sein. Allerdings muss man auch sagen, dass das Album auf den metallischen Kern eingedampft dann wahrscheinlich auch nur eine Dauer von 30 Minuten hätte. Wer würde sich solch ein Album schon kaufen. Versöhnlich kommt der vierte Track daher ('Praefatio pro defunctis'), nahezu wuchtig und fetzig ist phasenweise auch der Opener.
Fazit: MORD'A'STIGMATA legen mit "Ansia" ein überaus janusgesichtiges psychedelisches Black Metal Album vor, da die harten authentischen düsteren Partien durchaus zu überzeugen wissen und die experimentellen Teile mehr als verzichtbar sind. Für nicht so bornierte Geister wie mich, für Freunde des Experimentellen und für Anhänger des Avantgardistischen könnte es aber durchaus eine lohnenswerte Anschaffung sein. Für Fans von DEATHSPELL OMEGA, MASSEMORD, DARKSPACE, SECRETS OF THE MOON oder BLUT AUS NORD sicherlich auch.