MORE THAN A THOUSAND kommen aus Portugal, leben in England und nehmen ihre Alben in den Vereinigten Staaten und Schweden auf. Wenn das nicht gelebte Völkerverständigung ist, was dann. Außerdem ist so das Anregungspotenzial auch um einiges höher.
Dass die Portugiesen das weite Feld rund herum um Metalcore, Modern und Alternative Metal beackern, sollte auch unsere mehrheitlich metalcorephobe Twilght-Redaktion nicht abschrecken, gibt es doch durchaus mehr als hörenswerte Vertreter dieser Genres.
Dazu gehören ohne Zweifel auch MORE THAN A THOUSAND. Denn man verzichtet fast gänzlich auf die sonst weit verbreiteten, einfach nur nervenden Screams. Stattdessen wird auf tieftste Weise gegrowlt. (Lässt da etwas das deathmetallische Schweden grüßen?) Darüber hinaus wechseln sich die Growls mit klaren Gesangspartien ab, die von der Stimm(ungs)lage mitunter an RISE AGAINST erinnern. (Gab man da etwa den Einflüssen der punkigen USA nach?) So hat der Sound der Portugiesen immer auch einen leichten modern-punkigen Touch, eine große, nicht zu überschätzende Stärke des Longplayers.
Daneben besticht das Album aber auch durch eine ungemein dynamische Härte, die Riffs peitschen den Sound unerbittlich nach vorne ('Room of blades'), um sich bisweilen etwas verlangsamter einzugrooven. Herrlich. Schließlich ist ein Händchen für das Songwriting und da sowohl für eingängige Brutalität als auch für hymnische Melodik deutlich zu erkennen, wie vor allem der titelgebende Track unter Beweis stellt.
Auch wenn man die Jungs noch nicht live gesehen hat, wird schon beim Hören deutlich, dass diese Songs auch in großen Hallen oder Stadien funktionieren werden. Denn sie sind sehr mitgrölaffin, eine im zeitgenössischen Metalcore um sich greifende Tendenz ('I am the anchor': Schon gehört bei BRING ME THE HORIZON und anderen Genregrößen. Zufall oder metalcoriger Impuls aus England?). Da fragt man sich dann nur noch, was MORE THAN A THOUSAND aus ihrer Heimat mitgebracht haben. Ganz einfach: metallisches Temperament, metallische Spielfreude und ein melodisch sonniges Herz!
Fazit: Mit "Vol 5 - Lost At Home" legen MORE THAN A THOUSAND ein Meisterwerk des Metalcore vor, das durch seine punkigen und deathmetallischen Elemente auch eine Brücke zu den Freunden des echten Metal schlagen könnte. Genreverständigung in Perfektion.