Eine zumeist minimale Instrumentierung, in deren Focus Akustikgitarre und Vocals stehen, sorgen für eine überaus intime und zugleich intensive Atmosphäre in Singer-Songwriter-Manier. Wer jetzt glaubt, dass das auf Dauer langweilig und eintönig wird, hat die Rechnung ohne MUTZ gemacht. Denn die Songs kommen überaus vielfältig daher. Da wären einerseits die Songs, die unverkennbar aus der Country-Style-Ecke kommen und ein für frohgemutes, mitreißendes Western-Saloon-Feeling sorgen ('Fat Bottomed Girls', 'Last Dime'). Daneben gibt es aber auch Tracks voll geballter Sehnsucht im Verein mit pittoresker Leidenschaft wie 'My Little Lullaby'.
US-südstaatlicher LYNYRD SKYNYRD-Flair begegnet dem Hörer phasenweise in 'Circles', allerdings nur, bis der mitreißende und hitverdächtige Refrain einsetzt. Ein Hammer-Song, vor allem wegen seiner melancholischen Nachdenklichkeit und seiner gekonnten Progression. Eine ganz besondere düstere Stimmung mit dem Hang zu Traurigkeit verbreitet das Lied 'Illusions', das durch den hammondorgelartigen Hintergrund inklusive der passionierten Passagen etwas von einer Southern-Rock-Ballade aus früheren Zeiten hat. In eine etwas andere Richtung geht dann 'Hung And Over' vor allem aufgrund des dominierenden Klaviers.
Ein Track, der zu jedem St. Patricks Day oder in jedem Irish Pub gespielt werden und einem die Wartezeit zwischen den Bieren verkürzen kann, ist ohne Zweifel das folkige 'My Story', wohingegen 'Out In The Rain' in Puncto Düsternis und Melancholie fast schon als Grunge-Ballade durchgeht. Mehr Abwechslung und Vielfalt gibt es eigentlich nicht. Eines Rausschmeißers mehr als würdig zeigt sich 'Vortex', gerade weil man hier aufgrund der verzerrten Gitarren eine Ahnung davon erhält, dass diese Songs auch im Stromgitarrengewand sehr gut funktionieren würden. Ähnliches gilt für 'Spring'.
Fazit: „Get Me Nutz“ ist ein herausragendes Album der zumeist leiseren Töne geworden, das in gekonnter Manier vielfältigste Einflüße zu einem organischen Ganzen vereint und dadurch mit einer ungeahnten Bandbreite und Vielfältigkeit aufwarten kann. Es muss nicht immer Thrash sein!