Nach dem letztjährigen Live-Doppelalbum „Lucifer over Athens“, das einen guten Überblick über ihr bisherigen Schaffen lieferte, haben sich Sakis und seine Mannen im nun erscheinenden zwölften Release der rituellen Satansanbetung gewidmet. Der dunklen Seite der Macht waren die Griechen ja schon immer verfallen, doch was beim neuen Werk „Rituals“ auf Anhieb hervorsticht, ist der montone, teils chorale Sprechgesang, der bei fast jedem Stück zum Einsatz kommt.
Genau so wird die satanische Messe mit „In Nomine Dei Nostri“ und rhythmischem Vor-/Nachsingpart eröffnet, bevor die Gitarrenbreitseite zuschlägt. So ist das Themas schon mal gesetzt und wird im ersten Highlight das Albums, dem bombastischen Stampfer „Ze Nigmar“, dem geneigten Zuhörer direkt ins Gehirn geprügelt. BEHEMOTH lässt grüßen.
Bei anderen Liedern, wie dem rasanten „Eithie Kyrie“ scheint der opernerprobte (Gast-)Sänger eher selbst Höllenqualen zu erleiden, so schmerzerfüllt, wie er schreit. Zusätzlich darf sich Gitarrist Goerge austoben.
Auch in anderen Stücken hat man sich Verstärkung geholt: Sowohl SAMAELs Vorph als auch PARADISE LOSTs Nick Holmes dürfen ihre unverwechselbaren Stimmen beisteuern. Während Vorphs Einsatz sich hauptsächlich auf gesprochene Lyrics beim hypnotischen „Les Litanies De Satan“ beschränkt, bei der er den Höllenfürsten auf Französisch anbetet, stürzt sich Nick bei „For a Voice like Thunder" mitten ins Schlachtengetümmel. Eindrucksvoll und der beste Song des Albums!
Aber auch „The Four Horsemen“ (nein, kein METALLICA-Cover…) ist auf seine eigene Art sehr eingängig und lädt zum Headbangen ein. Am Besten gefallen mir ROTTING CHRIST jedoch, wenn sie die Handbremse anziehen und schön düster aus den Boxen rauschen. Teilweise haben die Urgesteine es jedoch mit den „Ritualen“ auf diesem Album übertrieben, manchmal bekommt man das Gefühl, dass man sich entweder einen Drill-Sergeant oder das Kriegsgeschrei eines Indianerstammes zum Vorbild genommen hat.
Was positiv auffällt, ist, dass der Bombast der letzten Alben merklich zurück gefahren wurde, sodass die Songs wieder in ihrer kompositorischen Schönheit zur Geltung kommen.