Nachdem der Basser von den Egomanen Hetfield und Ulrich bei METALLICA an der kurzen Leine gehalten worden war und sich kaum kreativ einbringen konnte, tauchte Newsted zwar nach seinem Ausstieg hier und da mal wieder in den Schlagzeilen auf, insgesamt wurde es aber ruhig um den Mann aus Battle Creek, Michigan. Erst diese Jahr wirbelte die schlicht „Metal“ betitelte EP einigen Staub auf und schnellte an die Spitze der Download-Charts. Mit „Heavy Metal Music“ (einst ein Teil des Bandnamens) folgt nun das komplette Album. Newsted hat sich mit Jessie Farnsworth (Git.) und Jesus Mendez (Drums), den er während seiner Zeit bei Metallica kennen lernte, unbeschriebene Blätter in die Band geholt. Lediglich Gitarrist Mike Mushok machte bereits durch seine Dienste bei STAIND auf sich aufmerksam.
Einen besseren Albumtitel hätte Newsted kaum finden können, denn wer ein knochenhartes Thrash Metal Album erwartet, der wird enttäuscht werden. „Heavy Metal Music“ wimmelt von groovigen Riffs und treibenden Rhythmen die meist im Midtempobereich angesiedelt sind. Darüber dröhnt die böse Stimme Nedsteds, die eher zu Bands wie MINISTRY passt als zu METALLICA, EXODUS oder TESTAMENT.
Ehrlich gesagt, haben mich die ersten Songs der Scheibe zunächst nicht gepackt (meine Version startete mit „Above All“ und „Ampossible“) und ich war doch etwas enttäuscht über das Gehörte. Erst „King of the Underdogs“ ließ mich aufhorchen. Und mit „Nocturnus“ wird es schließlich düster-doomig – hier denkt man natürlich unweigerlich an BLACK SABBATH, aber auch an Bands wie THE BRONX CASKET CO. Doch wer es etwas schneller mag, wird mit „Soldierhead“ ebenfalls bedient, während das Riffing in „Twisted Tail ofn The Comet“ die musikalischen Wurzeln der 70er und 80er offenlegt.
Mit seinem ersten Longplayer nabelt sich Jason Newsted endgültig von METALLICA ab und beweist der Welt, dass er anno 2013 bessere Metal Songs schreibt als seine ehemaligen Brötchengeber. NEWSTED liefern mit ihrem Debüt eine fast 60minütige Definition von „Heavy Metal Music“ ab: modern, hart, groovy, böse und eingängig!