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Ninth Circle – Legions of the Brave

VÖ: 16. November 2014   •   Label:  Pure Rock

So ähnlich verhält es sich mit den Meinungen über die kalifornischen NINTH CIRCLE, die mit „Legions of the Brave“ ihr drittes Album vorgelegt haben. Verschiedene Kollegen im elektronischen Blätterwald sprechen dem Album jegliche Qualität ab, vermissen Herz und Seele in den Songs. Und andere Kollegen attestieren der Band grandioses Songwriting und eingängige Melodien und stellen das Trio in eine Reihe mit solchen Bands wie VANISHING POINT oder HUMAN FORTRESS.

Wie so oft erfahrt ihr die Wahrheit natürlich nur beim TWILIGHT MAGAZIN. Gleich vorweg: Der Kollege Lison kann sich schon mal in seine Schlager Metal Schunkelgarderobe werfen. Wer auf „Legions of the the Brave“ Power Metal erwartet, der dürfte dann doch eher enttäuscht werden, dazu erzeugt allein der Gitarrensound zu wenig Druck. Stattdessen erwarten den Hörer keyboardgetränkte, melodische Hardrocker mit dem Charme der späten 80er und frühen 90er. Man fühlt sich an Bands wie DEMON DRIVE oder Harris Johns CHARN. Ich persönliche kann das Songwriting allerdings auch nicht seelenlos oder uninspiriert finden, denn Songs wie „Grinding the Bastards down“ oder „The Quickening“ haben durchaus ihre eingängigen Momente und kränkeln höchstens daran, dass die Produktion etwas kratziger und griffiger hätte ausfallen dürfen. Angesichts des martialischen Titels hätte man sich z.B. bei „Grinding the Bastards Down“ etwas mehr aggressive Attacke gewünscht, so könnte man die „Grind-Attacke“ eher als Angriff der rosa Wattebausche beschreiben. Dennoch ist der Titel ein Ohrwurm. Der Titeltrack des Albums erinnert schon im Eingangsriff an frühe PINK CREAM 69, wird dann jedoch deutlich epischer als es die Karlsruher jemals waren oder sein wollten. Die Kombination aus Melodien und keyboardlastigen Metalsongs erinnert mich mitunter an eine italienische Kapelle namens THE HADES BAND, die in den 90er Jahren mal aktiv war. In einem Song wie „In Evil We Trust“ kommen durchaus auch britische Einflüsse zum Vorschein. Dazu passend haben die Herren aus der Stadt der Engel auch einen DEEP PURPLE Song als Coverversion ausgewählt: „Strombringer“. Der Song passt meiner Ansicht nach nicht ganz zum sonstigen Stil des Trios, ist aber dennoch eine gute Nummer geworden.

FAZIT: NINTH CIRCLE haben eine eingängige Melodic Metal Scheibe abgeliefert, der man vorwerfen könnte, dass ihr stellenweise der nötige Biss fehlt, um wirklich alle Stärken des Songwritings im rechten Licht zu präsentieren. Das rechtfertigt jedoch meiner Meinung nach nicht die teils herbe Kritik an der Scheibe, denn ich habe hier häufig Scheiben vor mir liegen, die die Welt weitaus weniger verdient hatte als „Legions of the Brave“. Nachdem ich das Album auf meine iPod geladen hatte, hab ich mich jedenfalls immer wieder dabei ertappt, dass die Songs im Ohr hängen blieben und ich verwundert nachschaute welche Band gerade gespielt wird. Letztlich ist „Legions of the Brave“ weniger rustikal als Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln, dafür aber so schmackhaft und filigran wie die handgewendeten Kartoffelscheiben aus der Pfanne des Kollegen Lison.

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