1987, als der Thrash Metal aus der Bay Area ein richtig großes Ding wurde, gründeten sich Potential Threat, die sich allerdings nach nur einem Demo und einigen Gigs wieder auflösten. 2001 wurde eine Reunion versucht, die aber im Sande verlief und erst 2008 wurde das Debüt eingespielt, das ein Jahr später veröffentlicht wurde. Um Verwechslungen vorzubeugen wurde der Name auf POTENTIAL THREAT SF ausgeweitet. Der Sound der Band ist für mich am ehesten mit Testament zu vergleichen. Um es vorweg zu nehmen: deren – auch enorm hohes – Niveau wird nicht erreicht. Auch beim dritten Durchlauf des Albums kommt mir immer wieder das Wörtchen „eigentlich“ in den Kopf. Denn eigentlich haben die Jungs ganz gute Riffs am Start, eigentlich gibt es gute doppelte Gitarrenleads, eigentlich sorgt Kenny Noble für solides Druming und eigentlich wird durch Tempowechsel und akustische Zwischenspielchen für Abwechslung gesorgt. Aber alles leider nur eigentlich. Ich kann bei der Scheibe einfach keine Leidenschaft oder das Besondere heraushören. So hat ´Stick To Your Guns´ beispielsweise zwar gute Parts, mir aber zu viele Breaks, die den Fluss des Songs behindern. Auch an anderen Stellen wie dem Akustik-Part bei ´Edge Of Sanity´ wirkt mir vieles zu beliebig. Die Halbballade ´Behold The End´ kann keinen wirklichen Spannungsbogen aufbauen. Wie gesagt: ´Civilization Under Threat´ ist nicht schlecht, es kann aber auch keine Duftmarke setzten. Es ist wohl kein Zufall, wenn sich eine Band über ein viertel Jahrhundert nicht durchsetzt, auch wenn der Thrash insgesamt immer mal wieder en Vogue ist. In dieser Form sind POTENTIAL THREAT sowohl für die wieder erstarkten alt eingesessenen Helden als auch für die vielen guten Newcomer der Thrash Szene nicht einmal eine potentielle Gefahr.
Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren