Anfang des Jahres signte man beim Label Lifeforce Records um heuer das zweite Album zu veröffentlichen. „Flies and Lies“, so der etwas hohle aber immerhin sich reimende Albumtitel, ließ mich Schlimmeres vermuten. Doch die Italiener erstickten meine Befürchtungen, löblicherweise vom ersten Titel ihres neuen Albums an, im Keim. Musikalisch bewegt man sich grob im Melodic (Death) Metal-Bereich, jedoch scheut man sowohl instrumental als auch gesanglich nicht diverse Einflüsse, beginnend bei Hard Rock, Progressive bis hin zu Power, Heavy Metal oder gar Gothic und Black Metal Einsprengsel, wobei hier vermerkt werden muss, dass neben Death Vocals auch sehr viel klarer, Power Metal typischer Gesang zum Einsatz kommt. Gott sei Dank kommt dieser weder zu schwülstig, noch zu hoch rüber, ist also recht angenehm. Lediglich beim Song „Finally Me“ findet nur dieser Verwendung. Da hätte man sicherlich etwas variieren können. Dabei spielen die Jungs ihre Songs routiniert runter. Jeder ist Meister seines Instruments, das merkt man der Scheibe an. Dabei zelebrieren sie ihre magische Metal-Mixtur in zehn tollen Eigenkompositionen, wovon eine ein kurzes Instrumental ist, das an Melodien aus alten Mafiafilmen erinnert und einer Coverversion. Hierbei handelt es sich um eine Neuinterpretation von Michael Jackson’s „Beat It“. Als ich dies vorm Reinhören in die Scheibe vernahm, hatte ich auch hier kein gutes Gefühl. Doch allen Zweifeln zum Trotz, ist auch datt Dingen völlig abgefahren und eigenwillig ausgefallen und rockt ohne Ende. Die Synthiesounds des Keyboarders, die alle Stücke begleiten, erinnern mich witziger Weise irgendwie immer an „Final Countdown“ von Europe. Zwar wäre etwas mehr Identität für „Flies and Lies“ wünschenswert gewesen, aber besser gut geklaut, als schlecht selbst gemacht. Ich kann dieses Klangkonglomerat dennoch sowohl der Normalo- (Dream Theater, Gamma Ray), als auch der härteren Metal-Fraktion (In Flames, Dark Tranquillity) nur empfehlen. Kompositorisch und wie bereits erwähnt, auch musikalisch kann man Raintime nur ein riesig großes Kompliment aussprechen. Bei diesem Album kommt gute Stimmung auf. „Flies and Lies“ ist ein kunterbunter Metal-Reigen und alles andere als ein trüber Regentag.