Sonic Syndicate könnten, wie es auf „Only Inhuman“ den Anschein erweckt, zur letztgenannten Spezies gehören. Der nicht nur optisch noch recht junge Schweden-Sechser setzte sich bereits 2005 bei dem von Nuclear Blast ausgerufenen Bandcontest unter 1500 Bewerbern durch, woraufhin man den fünf Jungs samt einem Mädel gleich einen Labeldeal offerierte – zu Recht. Man muss der Band, gerade weil „Only Inhuman“ ihr Debüt ist, allerhöchsten Respekt abzollen. 11 druckvolle und frische Songs mit melodischem Death Metal der bereits dritten Generation erfreuen das Herz eines jeden Genre-Fans. Beeindruckend fette Gitarrenriffs, ein stimmlich facettenreicher Mann am Mikro, der neben den typisch-harten Growls auch ganz andere Töne anschlagen kann, untermalt von netten Elektrospielereien vom Keyboard, werden vom wuchtig wummernden Bass und geilen Schlagzeugrhythmen angetrieben. Zudem sind die Melodien der Songs wirklich very „catchy“ und setzen sich einem Jeden schnell im Gehörgang fest, wobei das perfekt harmonierende Zusammenspiel der Rhythmussektion aus Drums und Bass geradezu befehlshaberisch dazu verleitet mitzugehen, mitzuwippen und abzumoshen. Gleich der schnelle Opener ist hierzu geeignet, denn „Aftermath“ geht wirklich ab und sofort gut ins Ohr. Bei „Enclave“ hingegen hat man es mit einer erstklassigen Ballade zu tun, die nicht nur gesanglich Anleihen an die hervorragende Gothic Metal-Truppe Entwine zu ihren besten Zeiten, offenbart. Hervorheben möchte ich noch die Nummer „All About Us“. Dieser Song hat trotz aller Härte einen besonders geilen Refrain und etwas von einem gewissen Schülerbandcharme. Dieser Titel ist meines Erachtens repräsentativ für Sonic Syndicate. Erwähnenswert wären sicherlich noch mehr Songs, da alle auf einem recht hohen Niveau sind und jeder einen Wiedererkennungswert hat. Fragwürdig für mich ist allerdings, warum sich die elf Titel über 99 CD-Tracks erstrecken? Hat man mal das Backcover nicht parat, kann man schlecht gezielt einzelne Nummern ansteuern. Pure Absicht oder Schwachsinn? Hierüber ließe sich jetzt philosophieren. Insgesamt gesehen ist „Only Human“ im positivsten Sinne ein recht homogenes Werk, das sich keine Schwächen und Durchhänger leistet und das jedem Metal-Fan uneingeschränkt zu empfehlen ist. Lediglich an Referenzalben wie Soilwork’s „Figure Number Five“, In Flames’ „Reroute To Remain“ und Dark Tranquillity’s „Projector“ beißt man sich bisher noch ein wenig die Zähne aus, kratzt aber trotzdem schon dran. Diese junge, talentierte Band lässt doch auf mehr hoffen und in Zukunft dürfte von ihr noch der ein oder andere Überhammer zu erwarten sein. Ich bin mir absolut sicher, dass die Schweden im Gespräch bleiben werden.
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