Stimmlich gemahnen die Vocals von Michael Barnes sehr an die früheren guten MUSE-Alben, auch in Puncto Sound gibt es auch unüberhörbare Berührungspunkte. So paart sich in charakteristischer Manier barocker Bombast mit leidenschaftlichem Pathos, allerdings immer wieder unterbrochen oder eingebettet in ein um einiges höheres Maß an Härte ('Fight To Forget').
Daneben spielen die elektronischen Elemente eine besondere Rolle, vor allem wenn es um die intensiv Atmosphäre geht, die aufgrund ihrer Wuchtig- und Mächtigkeit direkt erfahrbar ist. Ein trauriger Schauer überkommt einen bei der Trauerballade 'Of These Chains', während in 'Falling Sky' dem melodischen Optimismus breiteren Raum eingeräumt wird, der aber durch eine gehörige Portion Melancholie immer wieder mächtig gebremst wird. Vereinzelte Screams und hintergründige Streicher unterstützen diese ambivalente Stimmung dann noch. Nahezu powerhymnisch kommt dann der Song 'Yours Again' daher, der phasenweise aber auch der elektronisch und streicherisch angehauchten Nachdenklichkeit frönt, ehe die Riffs in 'What You Keep Alive' Härte abgesehen von der refrainhaften Eingängigkeit sperrige Härte demonstrieren.
Dabei sind es gerade die mitunter unvorhersehbaren Songstrukturen, die für ungeahnte Abwechslung sorgen. Denn versöhnliche Melodik trifft in unterschiedlichsten Phasen auf klagende Leidenschaft und streitbare Aggressivität ('Gravity Lies'), mitunter auch in einer fast schon himmlisch luftigen Version ('Take Me Over') oder im etwas düsteren Gothic-Rock-Gewandt ('The Ever').
Kurz: RED haben mit ihrem nunmehr fünften Longplayer "Of Beauty And Rage" ein überaus gelungenes Alternative-Rock-Album erschaffen, das gekonnt und virtuos alle erdenklichen Register zwischen Hoffnung und Verzweiflung zieht und in MUSE'scher Manier dem Leiden alle möglichen Facetten abgetrotzt.
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