Der Frauenschwarm aus dem sonnigen Florida hat ja bereits mit CREED eher bewölkte Musik geschrieben und die Frauenherzen lieber mit melancholischen Rocksongs und seiner tiefen Stimme gebrochen als mit Beach Boy-Image und Spring Break Beats. Insofern bleibt sich der aus einem sehr religiösen Elternhaus stammende Stapp auch stilistisch treu. Pop-rockige Melancholie und radiotaugliche Rockriffs bestimmen das zweite Album des Vierzigjährigen. Die Songs des Albums eignen sich perfekt für problembehaftete Serien wie „One Tree Hill“ oder „Dawson’s Creed“ und Freunde von DAUGHTRY, CREED oder 3 DOORS DOWN dürften schnell Gefallen an den 11 Songs finden. Zwar gehört der Opener „Slow Suicide“ mit zu den härtesten Songs des Albums, er ist aber für meinen Geschmack nicht unbedingt der beste Track. Und bis „New Day Coming“ geht es auch eher durchwachsen zu. Und eigentlich bringt erst das eingängige „Break Out“ das Eis zwischen mir und der Scheibe zum Schmelzen. Mit „Hit Me More“ liefert STAPP sogar einen Song ab, der durchaus aus der Feder der Berliner Großstadtcowboys THE BOSSHOSS stammen könnte. Dass Scott Stapp ein gläubiger Christ ist, dürfte bekannt sein und auch, dass er sich in seiner Musik mit christlichen Themen beschäftigt. Auf „Proof of Life“ wird dies spätestens mit „Jesus was a Rockstar“ auch dem Hörer klar, der der englischen Sprache nicht so mächtig ist. Musikalisch wandelt Stapp hier irgendwo zwischen P.O.D. und KID ROCK.
Ein Leser von http://www.ultimate-guitar.com bemerkt völlig zu Recht, dass „Proof of Life“ im Vergleich zu Alben wie „My Own Prison“ oder „Human Clay“ weniger hart, aber auch weniger düster ausgefallen ist. Die 11 Songs sind eindeutig auf ein Mainstream-Publikum zugeschnitten, wissen aber dennoch – oder gerade deshalb – über weite Strecken zu unterhalten. Und selbst wenn ein Großteil der Songs über die Jahre verblassen wird und letztlich vielleicht nur „Break Out“, „Crash“ und ein oder zwei weitere Songs den Test of Time bestehen werden, so handelt es sich doch für den Moment um ein nettes Rockalbum. Und wem das nicht genug ist, für die haben die Kollegen von http://www.indievisionmusic.com noch eine gute Nachricht: Fans mit wenig spirituellem Hintergrund werden vielleicht durch die positive und ermutigende Message von Stapps Musik Zugang zu ihrer eigenen Spiritualität finden. Das wäre doch zumindest mal etwas anderes….
Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren