Beim ersten Durchlauf wusste ich zwar noch nicht so recht, was ich mit der Stimme von Corinna Ketterer anfangen sollte, was sich dann aber ganz schnell relativierte. Erinnert sie mich teilweise an Birgit Lau von Mandrake oder an Dolores O´Riordan von den Cranberries, so entwickelt sich die Stimme von Song zu Song doch zu ihrer Eigenständigkeit.
12 Songs, die mal so richtig abrocken („Through the Stars“, „Fairytales“, „Black Empire“, „Alienation“, „Turnround“), mal super ruhig und schon fast melancholisch rüberkommen („Without pain“, „This Island Earth“, „Sun“). Dass die Gitarristen eine gewisse Vorliebe für leichte Proggie-Ansätze haben, ist in dem superschönen Instrumental „Asteroid“ nicht zu überhören. Shardless in eine Stil-Schublade einzuordnen dürfte schwer fallen, da die Songs sehr vielfältig sind und eigentlich nicht in die reine Gothic-Ecke passen, was man beim ersten Höreindruck vermuten könnte, zudem sie laut Info auch schon mit Xandria und Schandmaul gespielt haben.
Dennoch gibt es mit „My Creation“ einen sehr „Nightwish-lastigen“ Song, der eine absolute Hymne ist und vom Arrangement her von Tuomas Holopainen persönlich stammen könnte. Überhaupt sind die Arrangements aller Songs gut durchdacht und die Produktion stimmt ebenfalls. Da die Band keinen Keyboarder hat, haben sie im Studio ganze Arbeit geleistet, denn die Keyboards, bzw. Orchester-Arrangements sind genau richtig gemacht: nicht zu viel und nicht zu wenig!
Da dürfte sich so mancher Tasten-Mann die Finger nach lecken, in dieser Band live die Keys zu bedienen. Kann man nur hoffen, dass die Songs live auch entsprechend umgesetzt werden können.
Ein fettes Lob für eine gelungene Scheibe!
Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren