Seit 1975 ist Nugent als Solo-Künstler unterwegs und hat unzählige Scheiben verkauft. In den 90er Jahren hatte er mit den DAMN YANKEES den Hit „High Enough“ und lieferte zwei recht ordentliche Hardrock Scheiben ab. Ich war nie ein echter Fan oder wirklicher Kenner der Solosachen des „Motor City Madman“, aber was er hier auf dieser Livescheibe abliefert hat definitiv Hand und Fuß. Mit Songs wie „Wango Tango“, „Raw Dogs & War Hogs“ und „Motorcity Madhouse“ enthält die Doppel-CD zweifelsohne energiegeladene Rocksongs der Güteklasse A. Doch dies sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Flitzefinger im Hirn ebenso pleite zu sein scheint wie seine Heimatstadt Detroit – für eine angemessene Beleuchtung reicht es jedenfalls weder im einen noch im anderen Fall. Keine Ahnung warum die Leute bei deutschsprachigen Bands wie FREIWILD (ob zu Recht oder nicht) unablässig mit dem Zeigefinger der Demokratie wedeln und bei einem rassistischen, fundamental-konservativen, ultra-patriotischen, waffenverliebten NRA-Redneck wie TED NUGENT kein Wort sagen. Vielleicht haben alle Angst, dass er sie erschießt, wenn sie seine Alben nicht loben. Mir liegt zwar nur die Audioversion des Livealbums vor, aber es würde mich nicht wundern, wenn die Band als Bühnenoutfit weiße Zipfelmützen gewählt hätte.
Nun soll es ja in einer Plattenkritik eigentlich um die Musik gehen, aber bei einem Livealbum auf dem Frontdepp Nugent unablässig seine mehr als fragwürdigen Ansichten in die Welt hinaus posaunt (z.B. bei „Raw Dogs…“, am Ende von „I need you bad“ usw.), kann man da nicht einfach nur über die Musik sprechen. Kurz gesagt: die Mucke ist gut und macht auch Spaß, aber Geisteshaltung und Hirnschwund von TED NUGENT lassen befürchten, dass man durch versteckte Botschaften in den Songs genauso dämlich wird. Not my cup of Tea!
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