Teramaze – Esoteric Symbolism
Und das Hare-Krishna-Mantra führt bei mir leider nicht zu Seelenfrieden, wie ich gestern feststellen durfte, sondern eher zu Aggressionen. Gut, dass ich mich in der Stunde der Not an eine australische Kapelle namens TERAMAZE erinnerte. „Esoteric Symbolism“ ist eine erste Erfahrung mit der Band aus Geelong, die sich dereinst als TERRORMAZE gründete und stärker dem Thrash Metal zugewandt war. Doch zwischenzeitlich haben die Mitglieder den christlichen Glauben für sich entdeckt und fanden den ursprünglichen Namen daher nicht mehr angemessen. Kurz und gut: heute nennt sich der Vierer TERAMAZE und spielt eher progressiven Melodic Metal á la VANISHING POINT, FATES WARNING oder DREAM THEATER. Und während ich so vor mich hin sinniere und mich vom Sound auf „Esoteric Symbolism“ begeistern lasse, fällt mir auf, dass ich die Band tatsächlich schon vom „Australian Metal Compilation Sampler IV – Falling on Deaf Ears“ kenne, den mir Mitte der 90er MORTIFICATION Mastermind Steve Rowe hat zukommen lassen. Die stilistische Ausrichtung der Band war damals bereits zu erkennen, auch wenn Produktion und Songwriting seinerzeit noch deutlich kantiker und rauer waren. Zum noch deutlich technischeren und sterileren Stil der Band passt auch der klare Gesang von Neuzugang Nathan Peachey, der mittlerweile die Vocals in der Band übernommen hat.
TERAMAZE bewegen sich auf hohem technischem Niveau, verlieren aber nie den Song aus dem Blick. Die Kompositionen auf „Esoteric Symbolism“ sind auch für Fans ohne Studium an der Musikhochschule problemlos nachvollziehbar und, was noch wichtiger ist, sie rocken und sind in erster Linie gelungene Metalsongs. Mir gefällt besonders, dass sich die düstere Stimmung des Coverartworks auch in den Songs wiederfindet. Zudem sind die Jungs sehr auf Abwechslung bedacht und man findet viele Tempiwechsel und atmosphärische Variationen, so die Scheibe nicht langweilig wird. Die Eingängigkeit der Refrains kommt zwar an den ein oder anderen VANISHING POINT oder MOONLIGHT AGONY Song nicht heran, aber die 13 Songs mit z.T. epischer Länge, überzeugen dennoch durch genügend wiedererkennungswert.
In Sachen kraftvoller Prog-Metal sind TERAMAZE für mich die Wiederentdeckung des Jahres und „Esoteric Symbolism“ gehört in den Plattenschrank eines jeden Szenegängers.