Seit ihrem Debut "Polars", welches 2004 den "Essent Award for Most Promising Act" einspielte, haben sich die Niederländer mit Eric Kaalsbeek einen neuen Sänger ins Boot geholt, der auf „Drawing Circles“ auch gleich sein gesamtes Können zeigen darf. Am Grundkonzept hat sich jedoch nichts geändert: Das Motto heißt erneut „Alles selbst gemacht“. Das gilt sowohl für die Produktion, als auch die Aufnahmen (sowie natürlich für Musik und Text). Und speziell für den wirklich eigenwilligen Mix aus Hardcore- und Melodic-Parts. Jochem: „Es geht uns sehr um Schichtung und Veränderung von ruhigen, eingängigen Passagen bis zum Aggressiven.“ Und genau das macht „Drawing Circles“ zu einem echten Kunstwerk, das Genre-Grenzen aufzuheben weiß.
Wo das Album zu Anfangs noch als kompromissloses Brett mit zornigem Shouting und poly-rhythmischen Metalcore-Riffs amerikanischer Schule daher kommt, mischen sich alsbald langsamere, melodische Parts mit cleanen Vocals darunter. Eben noch mit Highspeed dahin-rappelnde Death-Riffs wandeln sich in himmlische Klangschleier aus singenden, geradezu psychedelischen Gitarrenwänden, unterlegt mit Kaalsbeeks grandioser Stimme. Abwechselnd hört man Spuren von Metalcore- und Death Metal-Größen heraus, dann wieder geniale melodische Einflüsse aus Richtung Devin Townsend und Dream Theater. Auch klassische Songstrukturen (Gliederung in Part 1 – Chorus – Part 2 – Chorus …), die bei so manchem für Eintönigkeit sorgen, findet man bei Textures nicht. Statt dessen spielt die Band hier erneut ein individualistisches Meisterwerk ein, bei dem man noch nach dem zehnten Durchgang Neues entdecken kann. Sicher wäre es vermessen, schon im ersten Quartal 2006 vom „Album des Jahres“ zu sprechen. Mit „Drawing Circles“ werfen Textures jedoch mit Sicherheit einen der heißesten Anwärter auf diesen Titel in die Waagschale, von dem wir – im wahrsten Sinne des Wortes – noch einiges hören werden.
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