Keep of Kalessin - Armada
Satyricon, 1349) und Mayhem-Röhre Attila Csihar zum Line-Up zählen durfte, sind der Drummer- und Sanges-Posten zugunsten langfristigerer Kumpanen geräumt worden. So sitzt nun ein Herr Vyl hinter dem Drumset und das Mikrofon wird von Thebon bearbeitet – beide sollen Keep of Kalessin nun dauerhaft begleiten und die Band von Satyricon Live-Gitarrist Obsidian C endlich über ihren Status als „Nebenprojekt“ hinausheben. Ob dafür auch das neuerlich zusammengespielte Material auf „Armada“ ausreicht?
Zunächst darf man noch ein besinnliches Meeresrauschen-Intro genießen, bevor dann im Gitarrengewitter die Double-Bass-prügelnde Armada anrückt. Der erste „richtige“ Track nach dem Intro erreicht zwar schnell das erwünschte Ziel epischen Black Metals ohne Teufelchen-Klischees und mit hintergründgen Teppich-Keys zur epischen Untermalung – bietet mir aber noch zu wenig Abwechslung und ödet trotz wilden, aber wenig unterscheidbaren Geknüppels eher an. Track drei beginnt zwar mit interessantem, treibendem Riffing/Drumming und zeigt im Chorus, dass Sänger Thebon nicht nur Screaming, sondern recht beachtliche cleane Vocals vorbringen kann, rutscht aber schnell wieder in die Problematik seines Vorgängers („Ballern ohne Sinn und Verstand“) ab. Jedenfalls bis zu einem kleinen Break: Dann setzen mit einem Male zwei akustik-Gitarren mit eher südländischer Klangart ein (haben die Norweger da bei ihrem Aufenthalt beim Italienischen „Avantgarde Music“-Label Einflüsse aufgeschnappt?). Ab diesem Wendepunkt darf aufgeatmet werden, denn ab hier wird das Album stellenweise rechtinteressant.
Während „Vengeace Rising“ zunächst unter scheinbar unmenschlich schnellen Gitarren und einem mitreißenden Schlachtruf aus den Boxen dringt, um dann brachial-episch und etwas besser strukturiert als die beiden kritisierten Tracks fortgeführt zu werden, klingen im treibenden „Many Are We“ Speed/Thrash Metal-Anleihen durch, die sich in deutlich weniger Double-Bass-Arbeit zu Gunsten der Gitarren und teils rauem, cleanem Gesang äußern. Nachdem sich in „Winged Watcher“ klingende Gitarren und Geschredder schließlich zu einer gigantischen, singenden Zusammenkunft begeben dürfen, ist „Into the Fire“ schon wieder mehr im Stile des ersten Tracks und daher weniger mein Fall (dafür bleibt einfach zu wenig Hängen). „Deluge“ – als kürzester Track des Albums, mit seinem kurzen „Hörspiel“ am Anfang und Mittendrin (Was soll das sein? Knarrende Bretter und rieselnder Sand?) und einer einzigen, einfallslose Akkorde spielenden Gitarre – darf wohl als Interludium betrachtet werden, bevor die letzten beiden Tracks noch mal gut auf’s Gaspedal drücken: „The Wealth of Darkness“ ebnet vor allem mit seinem netten, melodischeren Part gegen Ende der „Armada“ den Weg, die noch einmal alle Elemente des Albums in sich vereinigt.