Was Charlie Daniels nun hier abliefert, ist inhaltlich allerdings kaum noch zu ertragen - gegen diesen patriotischen Pathos wirkt Toby Keith fast wie ein Liberaler. Ich liebe Amerika, ich liebe die Südstaaten, aber dieser blinder Redneck-Nationalismus und das damit verbunden ignorante Sendungsbewusstsein der amerikanischen Cotton-Aristokratie wirkt irgendwann dann doch bestenfalls noch lächerlich! Es wäre an der Zeit, dass sich auch Country Stars mal die Mühe machen und hinter die Kulissen schauen und sich kritisch mit ihrem Land auseinandersetzen. Mr Daniels, George Bush is not your President anymore. Allein wenn man sich mal Themen wie die "Little Rock Nine" oder die Civil Rights Morde in Mississippi in den 60igern ansieht, sollte man auch mal merken, dass die Welt bestimmt nicht "a few more rednecks" braucht, wie im gleichnamigen Song beschworen.
Musikalisch hat Daniels, dessen größter Hit sicherlich "Devil Went Down To Georgia" war, sicherlich ein ganz annehmbares Album abgeliefert und der ein oder andere Outlaw Country Song dürfte den Fans gefallen - ganz große Hits fehlen mir allerdings. Insgesamt gibt es aber bodenständigen Country mit viel Fußtappotentential.
Charlie Daniels hat in seinen Songs ja schon immer über den einfachen Mann gesungen, aber "Land That I Love" ist mir dann doch etwas zu viel Pathos, was sich auch negativ auf den Gesamteindruck der Scheibe niederschlägt - Schade! Mit der Scheibe wird er sicherlich einen Großteil des konservativen Redneck Publikums in Amerika begeistern können, jeder Country Fan, dessen Leben aus mehr als BBQ, Fischen, Hunting und seinem Truck besteht, wird allerdings ähnlich genervt sein, wie ich ("Red Skelton's Pledge of Allegiance" ??? - Come on y'all, get real, this is 80s W.A.S.P.-Redneck crap!)
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