Die Gründung der Band THE VEIN lässt sich bis in das Jahr 2010 zurückverfolgen, als die alten Freunde Martin Meyer Mendelssohn Sparvath und JBP ihre musikalische Vergangenheit hinter sich lassen wollten, um mit einer neuen Band ihre eigene Vorstellung einer guten und gelungenen Mischung aus Death und Doom Metal zu spielen. Als Vorbild nahm man sich das letztjährige Album „Grand gesture of Defiance“ von ALTAR OF OBLIVION, allerdings mit dem Ziel, düsterer und härter zu klingen, zudem orientierten sich die Jungs am klassischen Death und Black Metal der späten 80er und frühen 90er Jahre.
Natürlich ist die allererste Veröffentlichung wie die erste Liebe ja etwas ganz Besonderes. Daher ist „Scouring the wreckage of time“ nicht einfach ein Debütalbum, sondern eine Doppel-EP! Na, ja.
Herausgekommen ist ein bodenständiges, traditionelles sowie old-school-mäßiges Deathmetal-Album, das tatsächlich durch ein hohes Maß an düsterer Härte punkten kann. Dabei bewegen sich THE VEIN umherschweifend in dem Niemandsland der Genre-Grenzen: für Doom Metal zu schnell, für Death Metal zu langsam. Die Riffs treiben die schnaubende Metal-Lokomotive zuverlässig gemäßigt voran, die in düsteren und sphärischen Gleisabschnitten (mitunter den Keyboards geschuldet) bisweilen im Leerlauf fährt ('The great deception'), die Ansagen werden zutiefst gegrowlt und oder black-metal-artig gekrächst ('Carving a labyrith of dispair'). Am Auffälligsten sind allerdings gefühlvoll-leidenden die Anleihen bei PARADISE LOST, sei es im Bereich der stimmungsvollen Keyboards oder der leidenden gefühlvollen Gitarrensoli, die Songs wie 'Pale dawn rising' eine ungemeine Tiefe und ein gewisses Maß an Melodiosität verleihen.
Kurz: The VEIN haben mit „Scouring the Wreckage of Time“ ein durchaus gelungenes, bodenständiges Debüt vorgelegt, das die Band zwar noch in der musikalischen Findungsphase zeigt, aber auch Anzeichen für eine rosige Zukunft erkennen lässt.