Diese Musik mit Doom zu betiteln wäre wahrscheinlich nicht falsch, denn hier liegt eindeutig das Hauptaugenmerk der Band, dem gesamten Sound gerecht werden würde es allerdings nicht. Es wird viel mit Noise Elementen gearbeitet, die jedoch immer zu einem Muster verwoben sind und sich die Hand reichen mit schleppenden Gitarrenriffs und einem Schlagwerk, dem die Eigenbezeichnung der Band „heavier than war“ wohl am ehesten gerecht wird. Diese langsamen Parts gehen dann von Zeit zu Zeit über in ein Doomwalze der Extraklasse. Man hat dieses typische Gefühl, dass hier ein 40-Tonner in Bewegung kommt: gemächlich immer schneller werdend, trotzdem nie hektisch und vor allen Dingen – nicht aufzuhalten! Einen ganz besonderen Akzent setzt da auch die emotionsgeladene Stimme des Sängers, die für eine Doom-Nummer doch recht viel Variationen zeigt. Es gibt viele klare Anteile, besonders die langsamen Fragmente, bei den Uptempo-Einlagen artet das jedoch in ein sehr stimmungsvolles, hasserfülltes Geschrei aus.
Die Produktion wurde dieses Mal in die Hände von Relapse Records gelegt, die ihre Sache eindeutig sehr gut gemeistert haben. Der Sound ist immer so, wie er sein soll: Mal ist alles bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, mal brechen die Schallwellen mit erschreckender Klarheit über einem zusammen.
Den Namen „Unearthly Trance“ hat sich die Band übrigens in der Tat verdient, denn beim hören von „The Trident“ kann man sich wirklich fallen lassen und sich der Klangwelt dieser einzigartigen Kombo hingeben – Für mich scheint die Musik wirklich aus dem dunkelsten Abgrund der Seele herausgeschnitten. Ob man das schon Ambiente Doom Metal nennen möchte, muss jeder selber wissen.
Ich würde sagen, jedem, der sich Doom Metal gern anhört, sei diese Scheibe wärmstens empfohlen. Wer Doom nicht mag, den wird auch dieses Werk nicht überzeugen. (Lennart von Schwichow)
Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren