Zum Hauptinhalt springen

We Are The Damned - Doomvirate

VÖ: 22. Mai 2014   •   Label:  Lifeforce Records

Man darf sich vom Namen des Longplayers nicht in die Irre führen lassen. Mit Doom Metal hat die Scheibe nämlich kaum etwas zu tun, allerdings kann man Doom auch in seiner ursprünglichen Bedeutung verstehen: Verhängnis. Und für einige Rezensenten trifft das durchaus auch zu, verließen sie sich doch zu sehr auf die Preisungen der Promotionabteilung, die das Opus entfernt in die Nähe von Bands wie DISFEAR, NAPALM DEATH, MOTÖRHEAD, EYEHATEGOD oder ENTOMBED rückte.

Nun, ja. Sine ira et studio, so beschrieb schon der alte Tacitus seine Arbeitsweise, als er sich daranmachte, eine römische Geschichte zu schreiben. Ich selber lese nicht einmal die Rezensionen über die kommenden Tatorte. Eigene Urteilsbildung ist angesagt.

Zunächst einmal bleibt festzustellen, dass das "Holy Beast", das die Portugiesen 2011 in Form eines Longplayers auf die Menschheit losgelassen hatten, um einiges biestiger geworden ist. Denn der Hardcore ist wirklich härter, der Crustcore brutaler und der Metal tödlicher.

Das liegt zum einen an dem Mann hinter dem Mikro, Ricardo Correia, der seine Stimme gekonnt variiert und den entsprechenden Stimmungen innerhalb der Songs anpasst. So kann es zu black-metal-artigem Gekrächze, zu todesmetallischem Grunzen oder zu hysterischen Gekreische kommen, bestens in den phänomenal abwechslungsreichen Opener 'Ghastly Humans' unter Beweis gestellt, der alles hat, was ein klasse Song braucht: infernale Festlichkeit, sheddrige Killerriffs, dynamische Tempowechsel (mitunter eben doch entschleunigte doomige Passagen), brutale Grooves und teuflische Düsternis.

Beim ersten Durchlauf darf man allerdings nicht den Fehler machen, "Doomvirate" zu leise zu hören. Dann können sich die Songs nicht so richtig entfalten. In 'Revealing Morality' überhört man sonst vielleicht die hintergründige punkige und todesmetallische Melodik, die sich hinter der brettrigen, riffigen und groovigen Verlärmung verbergen. Weltklasse Song. Wer da keine gute Laune bekommt, ist selber Schuld!

Als einzigen Kritikpunkt könnte man die vermeintlich etwas monotonen Drums anführen, die in fast stoischer Regelmäßigkeit den Sound nach vorne peitschen. Aber ganz so ist es dann auch nicht, wie sich in 'Soul Entropy' zeigt. Ein Hammersong! Gleiches gilt für 'The Threshold', 'Macabre Expedition'

Fazit: "Doomvirate" ist eines der besten Alben, die in diesem Jahr herausgekommen sind. Eine solche dynamische Spielfreude, eine solche brutale Vielfältigkeit und einen solch todesmetallisch angehauchten, groovy und mitreißenden Crustcore findet man selten. Und falls jemand fragen sollte, wer sich solche Alben kauft, dem sei gesagt: meiner einer!

Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren  
Hinweis

Eine Ablehnung wird die Funktionen der Website beeinträchtigen. Möchten Sie wirklich ablehnen?