Nun, ja. WHILE HEAVEN WEPT legen mit "Suspended At Aphelion" einen Longplayer vor, der organisch als ein vierzigminütiger Song verstanden werden soll, allerdings in elf Lieder unterteilt. Doch das, was für die einen ein Meisterwerk voller melodiöser Atmosphäre, voller emotionaler Symphonik, voller epischer Intensität und bombastischer Ergriffenheit ist, lässt bei den anderen schon beim zweiten Song 'Icarus And I' die Frage aufkommen, ob das Schicksal des besungenen Helden, der aus Übermut mit seinen Wachsflügeln der Sonne zu nah gekommen ist, nicht schon hart genug ist, als dass es auch noch in solch einem Lied verwurstet werden muss, in dem MUSE mit PINK FLOYD und ein bisschen Gedengel gemischt wird.
Beim zweiten Song kommt einem sofort ROBBIE WILLIAMS in den Sinn. Und wenn dann auch noch wie in der Neuen Deutschen Welle oder bei FALCO geflüstert wird, um eine ganz, ganz, ganz besondere Stimmung zu erzeugen, hört es bei mir vollkommen auf. Den ersten "richtigen" Metal-Song gibt es mit 'Indifference Turned Paralysis", allerdings ohne Gesang, dafür mit spanischen Gitarrenparts und einer "der Weg ist das Ziel-Attitüde". Tracks mit Passagen in jauliger "La Boum - die Fete"-Manier ('The Memory Of Bleeding') oder barocker Bombast a la FREDDIE MERCURY ('Souls In Permafrost') tragen zum Wohlbefinden des Hörers überhaupt nicht bei.
Fazit: Ich muss beim Kollegen Zwingelberg Abbitte tun. Nach dem Hören dieses Longplayers erscheinen alle Tracks, die er im Twilight-Metal-Magazin auf Radio Tonkuhle 105.3 gespielt hat und die ich als Schlager-Metal bezeichnet habe, in einem ganz anderen Licht. Denn "Suspended At Aphelion" hat mit Metal etwa so viel zu tun, wie Tofu-Bratling mit einer Frikadelle. Wer allerdings auf eine schleimig-süße in die Länge gezogene Mischung aus QUEEN, PINK FLOYD und glitzernden Kitsch abfährt, wird dieses Album mögen.
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