Aber wenn wir uns mal nicht von dem metrosexuellen Gepose aus dem Titel abschrecken lassen, werden wir schnell herausfinden, dass die Hand so manchen Gitarristen tatsächlich in Flammen stehen dürfte, nach dem Versuch das Griffbrett derart zu bearbeiten. Vielleicht legt man aber auch besser Feuer an der eigenen Gitarre und überlässt das Spielen dem Herrn Malmsteen.
Nachdem ex-Winter’s Bane Sänger Tim Owens nun bereits durch diverse Metalgrößen durchgereicht wurde, ist er nun bei Malmsteen’s Rising Force angekommen und passt hier durchaus ins Bild. Zwar klingt er völlig anders als etwa ein Jeff Scott Soto oder Joe Lynn Turner, er hat ohne den Ripper Zusatz noch nicht einmal den dreiteiligen Namen, und dennoch sind Songs und Sänger stimmig. Da fragt man sich, weshalb Malmsteen bei „Magic City“ abermals selber ins Mikro trällert.
Grob lässt sich „Perpetual Flame“ in zwei Abschnitte unterteilen. Die erste Hälfte des Albums bietet (überwiegend) schnelle und melodiösen Heavy Metal, bei dem sich Malmsteen fast völlig in den Dienst der Songs stellt. Der zweite Teil der Scheibe dient dann doch wieder eher der Selbstdarstellung der musikalischen Fähigkeiten des Gitarrenmeisters, so finden sich hier zwei Instrumentals („Caprici Di Diablo“ und „Lament“) und auch besagtes „Magic City“ ist von epischen Gitarrenläufen dominiert.
Richtig Volldampf gibt es aber bei Songs wie „Death Dealer“ oder „Damnation Game“. Das getragene „Live to Fight“ erinnert an die Atmosphäre der „Gettysburg“ Trilogie von Iced Earth. Ich würde diesen Songs durchaus als das Highlight der Scheibe ausweisen wollen: hier passen Songwriting und des Rippers Stimme perfekt zusammen. Der Rest der ersten 7 Songs kann auf ähnliche Weise unterhalten und überzeugen.
Der zweite Teil der Scheibe ist zwar auch okay, überzeugt mich aber nicht so wie die Songs der ersten Hälfte, so dass am Ende der Scheibe dann doch ein etwas fahler Geschmack bleibt, da das Gedudel ein bisschen die Erinnerung an die wirklich guten Songs der Anfangsphase wegspült.
Insgesamt hat Malmsteen hier aber eine ganze Reihe gelungener und hörenswerter Metalsongs geschrieben, die sich nicht nur in der Lobpreisung der spielerischen Fähigkeiten erschöpfen.
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