Ist es wirklich schon 50 Jahre her, dass sich die originale Alice Cooper Band auflöste und der ikonische Frontmann eine Solokarriere startete?
Das ist korrekt. Nach dem siebten Album der Alice Cooper Band "Muscle Of Love" trennte sich die Figur Alice Cooper vom Rest und startete unter dem gleichen Namen mit dem Album "Welcome to my Nightmare" eine andauernde Solokarriere. Nach einem Tiefflug Ende der 70er Jahre veröffentlichte Alice Cooper seit 1986 nur noch starke Alben in unterchiedlichen Besetzungen. Eine gewisse Konstante ergab sich erst nach 2010 und mündete in dem Album "Road", wo alle Mitglieder seiner Soloband beim Schreiben der Songs beteiligt waren. Nun geht Alice Cooper einen Schritt weiter (oder zurück) und holt sich die drei noch lebenden Mitglieder der Alice Cooper Band zurück und veröffentlich unter dem Titel "The Revenge of Alice Cooper" eine Wiedergeburt der klassischen "Alice Cooper Band" Besetzung. Auf dem Album ist sogar der 1997 verstorbene Gitarrist Glen Buxton zu hören. Ein interessantes Cover bietet sorgt bereits für bestimmte Erwartungen. Aber wie klingt "The Revenge of Alice Cooper"? Ist die Scheibe mit der aktuellen "Bestzung" auf den letzen Alben vergleichbar? Oder geht man weit zurück zurück in die 70er Jahre? Meinem Empfinden nach hat dieses Werk viel mehr mit dem Spirit der Anfangstage und der Hochphase der Alice Cooper Band 1971 bis 1973 zu tun. Einfach und sofort eingänigig ist das Album nicht. Doch schon der psychedelische Opener "Black Mamba" sorgt für eine unangenehm rätselhaft versteckte Atmosphäre, die an das 1971er Album "Killer" erinnert. Etwas straighter kommt da "Wild Ones", welches mit seinem einfachen Refrain nach einer hungrigen Ende der Sechziger Jahre Gruppe klingt. Einen interessanten Groove bietet "Up all Night", welches eine gute Figur auf "Billion Dollar Babys" gemacht hätte. Ganz weit in die Anfangstage schickt uns das geheimnisvolle "Kill the Flies" mit einem sehr simplen Chorus und viel Psyhedelic. "Blood of the Sun" weist mit seinen ruhigen Passagen und ausbrechenden Powerchords auf The Who zurück. "Money Screams" ist wie ein typisch einfacher 60er Rock Songs aufgebaut. Viel jazzigen Swing verbreitet "What a Syd", welches gut ins Album Kontext passt, neue Fans aber irritieren könnte. Und so zieht sich die Alice Cooper Band weiter bunt durch ihre eigene Vergangenheit. Ein echtes Highlight ist dabei der treibende Rocker "What happened to You", auf dem ein Gitarresolo von Glen Buxton zu hören ist, welches aus einem alten Tape extrahiert wurde. Sozusagen ein Gruß aus dem Jenseits. Produzent Bob Ezrin bindet diese Töne unauffällig in den wieder großartigen Gesamtsound ein. Beim Finale "See You on the other Side" wird es noch einmal etwas sentimental. Dieser Song schließt ein starkes Album ab, welches alles anderes als einfach ist, aber mit sicherheit bei Fans der ganz alten Schule für Begeisterung sorgen wird.
Veröffentlicht wird das Album auf allen gängigen Formaten (Vinyl, CD, Digital) und eine Version mit zwei Bonustracks gibt es auch noch.