CANIS LUNA - Preview
Outro aus der eigentlichen Veröffentlichung Lux Aeternum, die sich aufgrund der Spielzeit und der zeitlichen Abfolge, in denen die Songs entstanden sind, in zwei CD´s mit den Titeln Opus Primum und Opus Secundum aufgliedert. Doch zur Musik. Das Sextett aus dem kleinen verschlafenen Harzstädtchen Ilsenburg kommt auf Preview mit einer durchaus interessanten und erfrischenden, darkmetallischen Spielweise daher, die man getrost als Bastard aus Samael und Summoning, gewürzt mit einigen modernen Gothic Metal Elementen bezeichnen darf. Auffallend ist, das die Band einen Drumcomputer einem Schlagwerker aus Fleisch und Blut, den Vorzug gegeben hat. Was bei vielen Bands des Genres eher abschreckend wirkt, spielen Canis Luna eindeutig zu ihrem Vorteil aus, denn Sänger/Gitarrist Tino, der auch für das Programming zuständig ist, hat den Computer in bester Samael Manier programmiert, will heißen absolut organisch und beängstigend abwechslungsreich, so das man daran keinen Anstoß finden kann. Das Gegenteil ist der Fall, denn dieser elektronische Herzschrittmacher reiht sich hervorragend in die nahezu perfekte Symbiose aus harten Gitarrenriffs, warmen Melodien und cleanen Gitarrenpassagen, anspruchsvollen Keyboards und den zahlreichen Sprachsamples aus mehr oder weniger bekannten Filmen ein. Für das In- und Outro des Stückes Virus entlieh man sich sogar das Stück „The Glade Part“ aus dem Soundtrack zu „Der letzte Mohikaner“, einem gälischen Traditional, welchem sich auch schon Chruachan auf ihrem letzten und immer noch aktuellen Werk Pagan teilweise annahmen, wobei Canis Luna es hier eindeutig besser in Szene gesetzt haben. Man merkt den Harzern förmlich die Inbrunst an, mit der sie beim Komponieren und Arrangieren vorgegangen sind. Canis Luna verstehen es, songwriterisch ihre ganze Seele und die komplette Bandbreite menschlicher Gefühle in ihre Musik zu legen, mal verträumt verklärt, mal unendlichen Hass und Kälte versprühend. Diese Songs sind absolut ehrlich und vermitteln ein Feeling, welches weit davon entfernt ist, aufgesetzt oder gar künstlich zu wirken. Eigentlich müsste man hier auf einen rundum gelungenem Einstand deuten können und sich bei der Bewertung getrost der Zehnpunktemarke plus X zuwenden, doch die Betonung liegt hier auf dem Wörtchen eigentlich. Womit ich nun zum Gesang kommen muss. An den klassischen Grunz- und Black Metal artigen Keifpassagen der Vokalisten Tino und Andi gibt es nichts auszusetzen doch mit den cleanen Gesängen in den Songs „Ein Traum“, „Virus“ sowie den weiblichen Gesängen bei der Interpretation des Shakespeare Sister Klassikers „Stay“, den man kurzerhand in „Die With Me“ umbenannte, reißen die Ilsenburger einen Großteil der vorab verteilten Lorbeeren in Stücke und verzerren den, davon abgesehen, absolut positiven Gesamteindruck gewaltig. Denn diese dargebotenen Parts gehen nicht nur nahe an die Schmerzgrenze sondern mehrfach bei weitem darüber hinaus und um so trauriger stimmt mich bei diesem Makel die Tatsache, das es einzig allein an der Umsetzung liegt, die absolut mangelhaft und im Falle des Shakespeare Sister Covers eine glatte Sechs ist. Die Art und Weise, wie die Gesangslinien arrangiert und eingebaut wurden, halte ich für sehr gut und auf den Punkt gebracht, vorausgesetzt, sie klingen auch so, wie sie klingen sollten bzw. müssten. Ich wünschte mir, man hätte den Mut gehabt, sich für die Passagen in „Virus“ oder „Ein Traum“, die einem Valnes von Dornenreich wie auf den Leib geschnitten scheinen, einen Gastsänger gesucht. Von der Sängerin will ich hier lieber nicht reden. Töne müssen getroffen werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Abschließend bleibt zu resümieren, das die Band mit sieben Punkten und zwei blauen Augen, gerade noch mal einigermaßen gut weggekommen ist, aber auch das ich Canis Luna dennoch großes Potential attestieren kann und ich mir sicher bin, das, vorausgesetzt man merzt angesprochene Schwächen bzw. Totalausfälle aus, eine Band ist, die ihren Weg gehen könnte. Inwieweit das auf diesem Silberling präsentierte Material repräsentativ für das komplette Album ist, kann ich hier leider nicht beurteilen. Interessierten empfehle ich den Besuch der stilvoll aufgemachten Bandpage www.canis-luna.de, auf der man sich auch Soundsamples runter laden kann und über die man Preview und Lux Aeternum ordern kann.