Modern Metal. Darunter konnte man sich bisher eigentlich nicht wirklich etwas vorstellen. Zumindest ging mir das so. Doch schon mit den ersten Tönen des zweiten Longplayers von MAGOA, der auf den Namen "Topsy Turvydom" hört, begann für mich der Begriff Gestalt anzunehmen. Denn der Sound dieses Longplayers ist wirklich revolutionär modern, werden doch alle möglichen Elemente klassischer Metal- und Rockgenres zu etwas wirklich Andersartigem zusammengemischt.
Man nehme das Energetische der EMIL BULLS, das kraftvolle der H-BLOCKX, das Industrielle von FILTER, das Crossoverige von LIMP BISKIT, das Groovige von RAGE AGAINST THE MACHINE, das Grölige von BULLET FOR MY VALENTINE, das Melodische von PARADISE LOST, das Hymnische von BRING ME THE HORIZON und noch allerlei mehr und kreiere daraus einen wirklich dynamischen, energetischen und mitreißenden Sound, der wirklich Seinesgleichen sucht.
Schon der Opener 'Ailleurs' ist ein wahres musikalisches Feuerwerk, das durch seine organische Buntheit, die eingängige Melodik und die groovige Härte die unterschiedlichsten Hörnerven anspricht. Unterstützt wird das durch die überaus wandlungsfähigen Vocals von Frontmann Cyd Chassagne, der von tiefen Growls über Angry-Shouts bis hin zum leidenschaftlich Rocktimbre alles drauf hat. Wirklich unglaublich. Der Anspruch und das Niveau, das man mit diesem ersten Song sehr hoch angesetzt hat, kann zumeist auch gehalten werden. Man nehme nur 'Betraying Grace' oder 'Party time'.
Doch zum Ende rückt das Melodische immer mehr in den Hintergrund und das schnell-dynamische, aggressiv-groovige und das hammerhart-brutale Element beginnt zu dominieren. Fast so, als würde ein Dauerläufer zur Mitte hin das Tempo noch einmal gewaltig anziehen. Das ist dann nichts mehr für die Freunde der filigranen Musik. Muss ja auch nicht.
Kurz: Mit "Topsy Turvydom" legen die französischen Modern Metaller von MAGOA ein unglaublich dynamisch, energetisch und hammerhartes Album vor, das nicht nur die Fans von MNEMIC, SLIPKNOT oder DAGOBA überzeugen dürfte.