Somit ist auch für den Außenstehenden klar: die Finnen, die nunmehr seit zehn Jahren im Geschäft sind und auf die Veröffentlichung ihres vierten Longplayers zurückblicken, können sich nur dem Death Metal verschrieben haben, und zwar dem der durchaus technisch anspruchsvollen, aber eben auch düsteren und modernen Sorte.
Das zeigt gleich der Opener und titelgebende Track 'Iconoclastic', ein wahres Meisterwerk der metallischen Morbidität und Düsternis, das durch seine brutale Infernalität im Verein mit hintergründig durchaus melodiösen Elementen zu überzeugen weiß. Da lassen sich die Vorbilder DEATH und CARCASS nicht leugnen. Während einen „A Waste Skin“ auf infernale Weise einfach umhaut, kommt 'Sleep' trotz seiner Härte durchaus sphärisch melancholisch daher, was vor allem den melodiösen Keyboards, den choralen Elementen und den zusätzlich weiblichen Vocals geschuldet ist. Einfach überzeugend und mitreißend.
So geht es im Wesentlichen aber nicht weiter. Die technische Brutalität gewinnt die Oberhand und so gibt es mächtig etwas auf die Ohren. Musikalisch bleibt da kein Stein auf dem anderen. Kein Wunder, geht es doch inhaltlich um die Zerstörung menschlicher Ideen und Ideologien. Bestes Beispiel ist dafür der Schädelspalter 'Prophecy'. Nichts für schwache Nerven oder feingeistige Menschen. Partiell verschnaufen darf man dann sekundenweise beim Track 'Loyality Kills' mit seinen mitunter melodischen und ruhigeren Einlagen.
Fazit: MEDEIA legen mit „Iconoclastic“ ein technisch einwandfreies und anspruchsvolles Opus vor, das für meinen Geschmack vor allem dann punkten kann, wenn das infernale und erbarmungslose Geknüppel gedämpft und heruntergefahren wird und einer sphärischen Düsterneis Platz macht.