SCARS ON MURMANSK wurde im Sommer 2010 von Cindy Goloubkoff (ex-HYPNOSIS), Romain Larregain (SILENT OPERA), Pierre Bouthemy (ex-HYPNOSIS) und Jon Erviti (CYLENCHAR, SILENT OPERA) gegründet, um sich dem Death Metal zu widmen.
Die eine Frau und drei Mannen aus dem Süden Frankreichs legten schon ein Jahr später ihre Debüt-EP "Travelling Through dark Places" vor und sammelten im Folgenden Live-Erfahrungen mit Bands wie WARATTAH, SIMPLIXITY, KAUSE 4 KONFLIKT.
Es folgten die Aufnahmen zum ersten Longplayer, der dann unter dem Titel "Into Dead Lights" das Licht der Welt erblickte.
Der Death Metal, der hier auf unsere Gehörnerven einstürmt, ist einer der härteren Gangart, aber um einiges mehr als das seelenlose technische Geschrote vieler andere Genregefährten. Man nehme nur mal 'Buried Dreams': brutalst heftige Riffs treffen auf Blast-Beats treffen auf tiefstes Gegrowle. Das ist ja noch nichts Besonderes. Gleiches gilt für die Wechsel der Tempi oder leidende gothicmetallische Gitarrensoli. Aber SCARS ON MURMANSK schaffen es, durch eine ungemein verhaltene, hintergründige Melodik, eine ungeahnte dumpfe und düstere Atmosphäre zu erschaffen.
Daneben kann der Sound auch durch seine Groovigkeit punkten, die sich immer wieder Bahn bricht ('Comes Evil'), ebenso durch die immer wieder überraschenden Wendungen innerhalb der Songs, die das große kreative und künstlerische Potenzial der Franzosen zeigt ('Dark New Messiah'). Daneben tritt zu den Growls mitunter duettmäßig schwarzmetallisches Gekrächze, was den Track noch mehr Tiefe verleiht ('And The Rivers Run Red'). Und auch wenn das Schrotige im Laufe des Albums zunimmt, so bleibt aber immer noch genügend Platz für melodische Finsternis.
Kurz: eine Perle des ungemein düsteren, aber zugleich heftigen Death Metal, die zwar spät, aber zum Glück überhaupt noch entdeckt werden konnte.