Bisher konnte ich mit Folk Metal eigentlich nichts anfangen. Irish Folk ja, bei Speed Folk verließen sie mich aber wieder schon. Da fehlt mir einfach das Melodische.
Doch das dritte Album von TENGGER CAVALRY konnte mich dann doch für sich einnehmen. Denn die Band, die 2010 zunächst als ein Ein-Mann-Projekt gegründet, verbindet nordasiatischen Folk mit den dort typischen Instrumenten mit harten metallischen Elementen und krächzendem Gesang zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis.
So behalten TENGGER CAVALRY auf ihrem nunmehr drittem Album den charakteristischen brutalen Sound des ersten Albums bei und reichern ihn mit der dynamischen mitreißenden Melodik des zweiten Longplayers an. So findet sich auf "Ancient Call" das Beste aus beiden Alben wieder. Welch eine Dynamik von den Songs ausgeht, kann am besten bei 'Hymn of the Earth' beobachtet werden. Da wechseln sich längere, nahezu akustische Folk-Partien mit harten, rockigen Passagen an, die dann dem Song eine ungemeine Kraft verleihen. Die Folk-Instrumente (Horse-head Fiddle, Dombra, Guzheng, Yangqin) sorgen vor diesem Hintergrund noch für das gewisse Etwas.
Brutaler, metallischer geht es in 'Brave' zu: typische, treibende, eisenbahnmäßig schaufende Riffs sorgen für herrliche Härte, die aber immer wieder melodisch durchbrochen werden, auch mit außerirdisch guten Soli. Das wird noch getoppt durch 'Summon the Warrier' aufgrund des äußerst dichten Sounds. Da hört man die nomadischen Reiterhorden in der von den Chinesen besungenen Landschaft geradezu bildlich heranreiten.
Fazit: Nicht nur aufgrund des einzigartigen Sounds, der sich so in der Extreme-Metal-Szene nicht finden lässt, ist dieses Album eine Entdeckung wert, sondern die Verbindung aus metallischer Härte und folkiger Melodik ist einfach unschlagbar...