Van Halen - A Different Kind of Truth
VÖ: 15. Februar 2012 • Label: Interscope/Universal
Eddie Van Halen hat das Gitarrenspiel zweifellos ähnlich revolutioniert wie zuvor Jimi Hendrix. Van Halen bastelte so lange an Klampfe und Equipment herum, bis er seine Soundvorstellungen umsetzen konnte. Längst gibt es Customgitarren, Amps und Tretkisten im bekannten EVH Design auch von der Stange, doch spielen muss man noch immer selbst. Und in dieser Hinsicht zeigt der Meister des 10-Finger-Tappings auch 2012 noch wer Herr im Hause ist.
Uns Kindern der 80iger und 90iger schwirren beim Namen Van Halen natürlich Spandexhosen bekleidete Mattenträger, wilde Spagatsprünge und Ohrwürmer wie „Jump“, „Why Can’t This Be Love“ oder „Ain’t Talking ‚Bout Love“ durch den Kopf. Während Van Halen durch die Einstellung von Sohnemann Wolfgang als Bassist nun tatsächlich fast ein Familienunternehmen geworden ist, bietet „A Different Kind Of Truth“ kaum etwas von dem Glamour oder der Hitdichte von Alben wie „1984“ (das letzte Album mit David Lee Roth) oder „5150“. Im Gegenteil, die Single „Tattoo“ klingt bestenfalls nach schlecht gestochenem Arschgeweih und „She’s a Woman“ kann zu keiner Sekunde darüber hinwegtäuschen, dass man hier einen Song vom Dachboden der Songwritingkarriere geholt und neu eingespielt hat – selbes gilt ja für „Bullethead“. Erst mit „China Town“ will sich so etwas wie Van Halen Feeling einstellen: pfiffige Gitarrenriffs, gutes Tempo und eingängige Melodien. „As Is“ drückt ordentlich auf das Gaspedal und Eddie zeigt, dass seine Finger nach wie vor die äußerst linke Spur des Gitarrenhalshighways bespielen – Lichthupe an und Blinker links. Für meinen Geschmack klingt „Honeybabysweetiedoll” ein wenig nach Monster unterm Bett – lieber nicht gucken und darauf warten, dass Morgen wird. „Stay Frosty“ zeigt, dass man auch Blues spielen kann, wobei ich den Song eher ungelungen finde. Nicht weil er schlecht gespielt wäre, aber er klingt eher wie ein Jamsong, den man auf kleiner Bühne als Lückenfüller spielt. Als Abschluss wirkt „Beats Workin‘“ dann doch fast noch versöhnlich, zumindest finden sich gute Riffs und einige solide Melodien.
Was auch immer die Wahrheit hinter diesem Album sein mag, Fakt ist, dass Roth seine Sache gut macht und stimmlich noch immer auf der Höhe zu sein scheint. Technisch gilt dies auch für das Van Halen Trio, doch in Sachen Songwriting verbuchen wir „A Different Kind of Truth“ wohl am ehesten unter der Kategorie „Schön, dass die alten Herren nochmal zusammen im Studio waren“, aber jetzt leg ich doch lieber „1984“ ein. Und das ist der Wahrheit!
Uns Kindern der 80iger und 90iger schwirren beim Namen Van Halen natürlich Spandexhosen bekleidete Mattenträger, wilde Spagatsprünge und Ohrwürmer wie „Jump“, „Why Can’t This Be Love“ oder „Ain’t Talking ‚Bout Love“ durch den Kopf. Während Van Halen durch die Einstellung von Sohnemann Wolfgang als Bassist nun tatsächlich fast ein Familienunternehmen geworden ist, bietet „A Different Kind Of Truth“ kaum etwas von dem Glamour oder der Hitdichte von Alben wie „1984“ (das letzte Album mit David Lee Roth) oder „5150“. Im Gegenteil, die Single „Tattoo“ klingt bestenfalls nach schlecht gestochenem Arschgeweih und „She’s a Woman“ kann zu keiner Sekunde darüber hinwegtäuschen, dass man hier einen Song vom Dachboden der Songwritingkarriere geholt und neu eingespielt hat – selbes gilt ja für „Bullethead“. Erst mit „China Town“ will sich so etwas wie Van Halen Feeling einstellen: pfiffige Gitarrenriffs, gutes Tempo und eingängige Melodien. „As Is“ drückt ordentlich auf das Gaspedal und Eddie zeigt, dass seine Finger nach wie vor die äußerst linke Spur des Gitarrenhalshighways bespielen – Lichthupe an und Blinker links. Für meinen Geschmack klingt „Honeybabysweetiedoll” ein wenig nach Monster unterm Bett – lieber nicht gucken und darauf warten, dass Morgen wird. „Stay Frosty“ zeigt, dass man auch Blues spielen kann, wobei ich den Song eher ungelungen finde. Nicht weil er schlecht gespielt wäre, aber er klingt eher wie ein Jamsong, den man auf kleiner Bühne als Lückenfüller spielt. Als Abschluss wirkt „Beats Workin‘“ dann doch fast noch versöhnlich, zumindest finden sich gute Riffs und einige solide Melodien.
Was auch immer die Wahrheit hinter diesem Album sein mag, Fakt ist, dass Roth seine Sache gut macht und stimmlich noch immer auf der Höhe zu sein scheint. Technisch gilt dies auch für das Van Halen Trio, doch in Sachen Songwriting verbuchen wir „A Different Kind of Truth“ wohl am ehesten unter der Kategorie „Schön, dass die alten Herren nochmal zusammen im Studio waren“, aber jetzt leg ich doch lieber „1984“ ein. Und das ist der Wahrheit!