Etwa sieben Jahre drehte sich das Besetzungskarussell der Aussis und mittlerweile ist kein Gründungsmitglied mehr im Line Up dabei. Die Konstante in der Besetzung ist Sänger Silvio Massaro, der in den 90er zur Band stieß – also bevor die Umbenennung von EYE in VANISHING POINT vollzogen wurde.
Als ich nach dem Zufallsprinzip einfach einen Song des mittlerweile fünften Album anspielte, viel mir glatt sofort die Kinnlade runter: „Let the River Run“ fesselte mich von der ersten Note durch seine bezaubernde Melodie – und bleibt auch nach wie vor mein Anspieltipp. Aber auch „Story of Misery“ kann einigen Ohrwurmcharakter vorweisen. Dass die Jungs keinen Kuschelrock spielen, zeigen sie mit „Era Zero“ oder „Circle of Fire“, bei dem zudem SONATA ARCTICA Frontmann Tony am Mikrofon stand.
7 Jahre Abwesenheit können für eine Band wie VANISHING POINT den Todesstoß bedeuten. Doch die Australier haben die Zeit sinnvoll genutzt und „Distant is the sun“ wirkt wie der Defibrillator mit dem sich die Jungs kurzerhand selbst wieder ins Leben zurückkatapultieren. Sie machen dort weiter wo sie aufgehört haben und liefern grandiosen Melodic Metal mit progressive-symphonischen Elementen ab. Massaros Stimme dient als Markenzeichen und der Mann singt sich mit beneidenswerter Leichtigkeit in den Gehörgang des nach Melodie lechzenden Fans.
Australien hat weit mehr zu bieten als das Dschungel Camp und staubigen Straßenrock und VANISHING POINT sind der Beweis. Mit „Distant is the sun“ kehrt die Band aus der Gruft zurück und zeigt, dass ihnen die Querelen der letzten Jahre nicht geschadet haben. Im Gegenteil: VANISHING POINT schlagen ein neues Kapitel auf und sind stärker denn je!
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