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Momma - Welcome To My Blue Sky

VÖ: 14. November 2025   •   Label 
Dass Alternative Rock heute nicht mehr ein Teil irgendeiner Jugendbewegung ist, ist leider nicht wegzudiskutieren. Aber nichtsdestotrotz hat das Genre nichts von seiner Faszination eingebüßt, vor allem, wenn man sich an dessen Glanzzeiten orientiert. Diesem Unterfangen scheinen sich auch Momma verschrieben zu haben, sind die Anspielungen auf Bands wie Veruca Salt, Yo La Tengo oder Sonic Youth doch unüberhörbar.
Und mit ihrem neuen Longplayer „Welcome To My Blue Sky“ lassen uns die Kalifornierinnen an ihrer musikalischen Gefühlswelt teilhaben. Dass der „blaue Himmel“ bisweilen von dichten Wolken bedeckt ist und nicht immer alle people shiny happy sind, versteht sich dann von selbst, auch wenn das straight-rotzige 'I Want You (Fever)' eine überaus frohgemute Alternative-Rock Hymne ist, bei der aber immer wieder auch ein Hauch von nachdenklicher Melancholie durchschimmert. Ähnliches gilt für das hitverdächtige 'Rodeo'.

In 'New Friend' bricht sich eine zerbrechlich anmutende Pittoreskheit Bahn, während 'How To Breathe' mit einer überaus tiefgründig wehmütigen Emotionalität aufwarten kann. 'Last Kiss' erinnert mich im Hinblick auf die düstere sehnsuchtsvolle Atmosphäre phasenweise an die Foo Fighters, zumal der Track um einiges rockiger ist. Momma können aber auch Radiotauglichkeit, wie 'Ohio All The Time' unter Beweis stellt. Der titelgebende Track besticht durch seine dichte, nahezu barocke Symphonik im Verein mit einem hohen Maß an leidenschaftlicher Zerbrechlichkeit. Mehr Emotionen in einem Song gehen nicht! 'My Old Street' schließlich ist ein Lied, das mit jedem Hören besser wird und ein bisschen wie eine Mischung aus den frühen Feeder und Tom Petty daherkommt. Weltklasse!

Soweit zum schon im April veröffentlichten Longplayer. Die Deluxe-Version nennt noch fünf weitere Songs ihr eigen. Besonders hervorzuheben sind davon 'Cross Your Heart', das aufgrund seiner Straightness sofort ins Herz geht, das melancholische fröhliche 'Not Sacred', das reduziert akustische 'Seattle' und vor allem das schwermütig traurige 'Christian Brothers', das das Zeug hat, einen zu Tränen zu rühren.

Kurz: Momma haben mit ihrem neuen Longplayer „Welcome To My Blue Sky“ ein wirklich herausragendes Alternative Rock-Album erschaffen, das gekonnt an die Glanzzeiten des Genres in den 90er Jahren anknüpft und das sich überzeugend im Spannungsfeld von straighter Rotzigkeit, emotionaler Zerbrechlichkeit, sehnsuchtsvoller Melancholie und frohgemuter Happiness bewegt.
Ein absolutes Muss für die Freundinnen und Freunde von Veruca Salt, SonicYouth, Feeder oder Yo La Tengo!
MOMMA - I Want You (Fever)
 
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