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Blizzen – Metalectric

VÖ: 21. November 2025   •   Label  Diabolic Might Records
Wenn die Langhaarigen wieder am Stromkasten rumfummeln, dann knallt es eben irgendwann. Gut, wenn man dann die Nummer vom Metalectricer griffbereit hat.

Seit mehr als einer Dekade beleben die Gießener BLIZZEN den traditionellen Metal mit wohldosierten Stromschlägen aus ihren Amps wieder. Nachdem es mit Pure Steel Records leider nicht mehr weiterging, ist der Vierer nun bei Diabolic Might Records untergekommen, um das dritte Langeisen seit 2016 abzuliefern. Doch nicht nur in Sachen Belegschaft stehen BLIZZEN für Kontinuität, auch in Fragen des Stils und der Qualität. Ich könnte mir vorstellen, dass sich ex-CHROMING ROSE Klampfer Matze das Debüt der verchromten Rosen seinerzeit in etwa so vorgestellt hatte, wie „Metalectric“ heute klingt: roh, schnell und trotzdem eingängig. Das Album repräsentiert alles, wofür Heavy Metal steht. Und ich muss zugeben, dass ich mir beim Durchblättern der großen Printmagazine zunehmend verwundert die Frage stelle, was mittlerweile alles unter dem weit gefassten Metal-Begriff abgelegt wird. Schaut man sich einige der Bandbilder an, so beschleicht mich doch eher das Gefühl, dass die dargestellten Personen eher aus einer Ecke kommen, von der man sich in den 80ern gerade abgrenzen wollte. Diesem Verdacht setzen sich BLIZZEN weder optisch noch musikalisch aus. Schon der Opener „Into The Abyss“ ist eine Wucht, die durch das noch etwas eingängigere „Witchhammer“ sogar noch getoppt wird. Das Zwischenspiel „Pulse Of Time“ besticht vor allem durch seinen ebenso fetten wie differenzierten Sound und bietet den perfekten Übergang zum getragenen „From Sadness To Anger“, bei dem Sänger Steki erstmals nicht die höchsten Höhen erklimmt.
BLIZZEN knüpfen mit ihrem starken dritten Album an ganz frühe HELLOWEEN, RIOTs „Thundersteel“, CHROMING ROSE zu Demo-Zeiten und natürlich auch an junge Truppen wie HITTEN, AIR RAID oder STRIKER an. Dabei ist nicht nur das ikonische Artwork von Dylan Anderson das bislang stärkste der Bandgeschichte, sondern auch das Album selbst ist ein echter Hammer geworden. Hier wird sich in keiner Hinsicht vor dem Zeitgeist verbeugt, trotzdem klingen die zehn Songs nicht altbacken, was sicherlich auch an der druckvollen Produktion liegt.
Mit „Metalectric“ liefern BLIZZEN einmal mehr ein überzeugendes Lebenszeichen einer oftmals totgeredeten Szene ab. Das Album macht Spaß und „if you’re not into Metal, you can leave the hall!”
Neben einer CD-Version ist das Album auch als limitierte Vinyl-Auflage erschienen, wobei der Kollege Trillmich ganze 300 schwarze Kopien kaufen kann, während für mich 200 Scheiben in Ice Blue gepresst wurden.

Blizzen ICE BLUE Limited 200
Blizzen - No More Room in Hell (Official Visualizer)
 
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