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Ellereve - Umbra

VÖ: 07. November 2025   •   Label  Eisenwald
Ellereve – Umbra: Ein Herbst aus Schmerz, Schönheit und Schatten

Der Sommer ist vorbei, der Herbst ist da, pünktlich, schwer, neblig. Die Tage werden gedämpfter, das Licht milder, und dieses Gefühl von Vergänglichkeit legt sich auf die Haut. Und genau in diese Jahresphase fällt das Erscheinen von Umbra, dem dritten Album von ELLEREVE. Perfektes Timing, denn Elisa Giulia Teschner versteht es wie kaum eine andere, Musik zu erschaffen, die nicht nur gehört, sondern bewohnt wird.

Schon der Opener „An Avalanche of Shudders“ wirkt wie das Öffnen einer Tür zu einer anderen Welt. Zarte, weltmusikalische und fast sakrale Atmosphären erinnern an Dead Can Dance – bis ein tonnenschweres Doom-Riff einsetzt, das nicht nur trifft, sondern wirkt, als würde es langsam in die Brust sinken. Darüber schwebt Teschner mit einer Stimme, die gleichzeitig verletzlich und unerschütterlich ist.

„Like a Moth to a Flame“ rückt dann näher an Chelsea Wolfe und Myrkur heran: Post-Rock-Dringlichkeit, kein Blick zurück, nur Vorwärtsbewegung.
„Crawl“ ist kalt, schwer, düster, ein Song wie ein Sturz in eine Mine, der sich zu einem monumentalen Doomgaze-Stück auftürmt.

In der Mitte des Albums finden sich die emotionalen Gipfel:
„Shores of Solitude“, „The Funeral“ und „Irreversible“ sind jene Momente, in denen Umbra nicht laut sein muss, um zu zerreißen. Hier wird nicht geklagt, sondern verstanden. Jede Linie, jede Note wirkt gezielt, durchdacht und dennoch organisch. „Irreversible“ ist einer der Songs, die man nicht nur hört – sondern erträgt. Und liebt.

Dann aber schlägt Umbra zu:
„The Veil of Your Death“ mit Michael J.J. Kogler (Harakiri for the Sky / Karg) entfesselt Post-Black-Metal-Wucht mit rasenden Spitzen, ohne den Kern der Musik zu überdecken. Ein Sturm, der sich verdient anfühlt.

„Swallowed & Disguised“ zieht die Schneedecke wieder zu – neblig, warm, schattenhaft.
„Lost in Longings“ beginnt ruhig – und explodiert dann in einer Schönheit, die fast weh tut.
„Unravel“, mit David „Eklatanz“ Conrad (Heretoir), ist der emotionale Höhepunkt der Aggression – ein Ausbruch, ein Brennen.

Der Abschluss „Trauma“ ist ein Nachglühen. Eine Erinnerung. Ein verklingender letzter Atem.

Umbra ist kein Album, das man „mal eben“ hört. Es ist ein Raum, eine Jahreszeit, ein Zustand.
Es ist Herbst. Innen wie außen.

Fazit

Umbra ist kein Schritt, sondern ein Sprung.
Dorthin, wo Post-Black, Doom, Darkgaze und Pop-Sensibilität keine Gegensätze mehr sind.
Es ist ein Album voller Wucht, voller Stille, voller atmender Schatten.

Für den Herbst. Für lange Wege. Für geschlossene Augen.
ELLEREVE - Trauma (Official Music Video)
 
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