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Bruce Dickinson - More Balls To Picasso

VÖ: 25. Juli 2025   •   Label  BMG
Iron Maiden, das konnte ja in einem Newsbeitrag Anfang Juli 2025 bei uns zur Kenntnis genommen werden, lassen ihr 50 jähriges Jubiläum mit der Veröffentlichung eines Bildbandes begleiten (VÖ 7. Oktober 2025), da ging Bruce Dickinson an seinen Backkatalog, um sein damaliges zweites Soloalbum (VÖ 1994) so wiederzuveröffentlichen, wie dem eigenen Anspruch gerecht gewesen wäre. Und so ist More Balls To Picasso nun wahrscheinlich in dem Zustand, wie es Bruce Dickinsion 1994 gerne gehabt hätte. 
NWOBHM war nie so mein Metalsandkasten. Während Schulzeiten besprachen wir mal im Zuge des Religionsunterrichts Satanismus und hörten uns Iron Maidens Number Of The Beast an. Ich mochte Maiden musikalisch nicht, all die anderen Vertreter erst recht nicht. Die aber auch bis heute. Erst 2000 mit Brave New World, was mir ein Freund schenkte, änderte sich zumindest die Distanz zu Iron Maiden. Ich erinnere mich noch, wie, es war glaube ich NDR2, eine Albumbesprechung von einem von Bruce Dickinsons Alben im Radio durchführte. Ob es Balls To Picasso war oder Accident Of Birth, weiß ich nicht mehr. Aber die gespielte Musik gefiel mir besser als Iron Maiden. Erworben habe ich nichts. 
Das passierte erst viele Jahre später in Münster, als ich mir in einem Plattenladen das Livealbum Scream For Me Brasil (VÖ 1999) und das Best Of Doppelalbum kaufte (VÖ 2001). Da waren vor allen Dingen die Songs von seinen Alben drauf, die mir eh gefielen. 

Bruce Dickinson lässt sich wie folgt ein: Er habe das große Verlangen entwickelt, als er seinen gesamten Katalog in Dolby Atmos abmischte, Balls To Picasso neu zu erfinden. Zum Line-up hält sich das Begleitschreiben zum Bemusterungsmaterial sehr beschränkt, aus dem Fließtext ergeben sich zumindest ein paar Namen, die dann hier aufgeführt werden. Ein Ansatz der Neuauflage war die Gitarren zu verstärken. Das übernahm der ‘schwedischen Shredder’ Philip Naslund, Adassi Addasi tritt bei Tears Of The Dragon an der Gitarre in Erscheinung. Der brasilianische Komponist Antonio Teoli steuerte einige Orchesterarrangements bei und fügte als ganz besonders einzigartigen Beitrag am Anfang von Gods Of War indigene Instrumente aus dem Amazonasgebiet hinzu,
die er selbst aufnahm, als er dort lebte. Shoot All The Clowns wird von einer Bläsersektion des Berklee College of Music begleitet. Abgemischt wurde das Album von Brendan Duffey, der an Dickinsons letztem Album The Mandrake Project (VÖ 2024) mitwirkte. Brendan Duffey stand im engen Austausch mit Shay Baby, dem ursprünglichen Vater des Albums.

Kommen wir nun zum Höreindruck. Da nehme ich zuerst mal die indigenene Substanz bei Gods Of War wahr. Es ist zwar nicht so dominant wie z. B. bei Sepultura, aber es gibt dem Song einen interessanten Spirit. Sehr gut gelungen ist der Gesamtsound, der ist brillant, alle Instrumente klingen ausgeglichen. Auch verzichtete Bruce Dickinsion darauf, gerade bei den Gitarren zu sehr den Zeitgeist zu nutzen. Meine Wahrnehmung ist, dass sieben oder achtsaitige Gitarren nicht verwendet wurden. Shoot All The Clowns hat mir noch nie gefallen (kompositorisch durch die Harmonien), da ändert das Wissen um die Bläser des Berklee College of Music nichts (die unstrittig eine genrefremde Note einstreuen) und dann noch von diesem Lied eine zusätzliche Version (live im Studio eingespielt) vorgesetzt zu bekommen, hätte es für mich nicht gebraucht. Laughing In The Hiding Bush oder Tears Of The Dragon wäre da mehr nach meinem Gusto gekommen. Bruce Dickinson hat sich sicher was dabei gedacht. 
Alles in allem bereichert das Album die Diskographie durch alternative Versionen zu den bereits veröffentlichten Studiotracks auf dem Originalalbum oder Best Ofs. Ich hoffe, dass Bruce nicht seinen gesamten Backkatalog wiederveröffentlicht, weil ihm einfällt: "Eigentlich hätte es ja so klingen müssen..." 
 


  


 
 
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