Der wohl bekannteste Detektiv der Welt ist im 21. Jahrhundert angekommen – und muss sich seiner düsteren Seite stellen. Sherlock Holmes und seine Kollegin Jasmin Lestrade ermitteln für das Dallas Police Department und werden auch in der zweiten Staffel vor große Aufgaben gestellt.
Die Tochter des ultrakonservativen Senators Fenton ist spurlos verschwunden. Jasmin Lestrade und ihr Kollege Holmes sollen das Mädchen finden. Gar nicht so einfach, wenn der Ermittler selber am liebsten untertauchen würde. Am Ende der Folge erkennt selbst Lestrade ihren Kollegen, der nicht nur heimlich das Tagebuch der Verschwundenen aus deren Zimmer schmuggelt, sondern auch gegenüber einem Verdächtigen handgreiflich wird, nicht mehr wieder. Zu sehr haben persönliche Schicksalsschläge Holmes aus der Bahn geworfen. Entsprechend geht es im 14. Teil der Hörspielserie um mehr als nur ein verschwundenes Mädchen. Sherlock Holmes muss auch zu sich selbst finden. Ob im das gelingt, bleibt hier zunächst offen. Ebenso wie das Rätsel der verschwundenen Senatorentochter.
Ich oute mich hier lieber gleich als Neueinsteiger, denn die erste Staffel habe ich nicht gehört. Während man sich schnell und problemlos in das Personengefüge einfindet, braucht es eine Weile, um zumindest eine vage Vorstellung davon zu bekommen, was Sherlock Holmes dermaßen aus der Bahn geworfen hat. Dennoch gelingt es auch dem Neuling problemlos, dem ersten Teil der sechs Folgen umfassenden zweiten Staffel zu folgen. Handlung und Dramaturgie sind unterhaltsam und kurzweilig, so dass die etwa 47 Minuten schnell vergehen, ohne dass Langeweile aufkommt. Als altem TKKG-Fan fällt es mir zunächst nicht immer ganz leicht, Manou Lubowski von seiner Paraderolle als Willi Sauerlich zu trennen. Schließlich gelingt es aber, Lubowski liefert auch als „Dark Holmes“ ordentlich ab. Sarkasmus trifft auf Verletzlichkeit, die der Protagonist jedoch (nicht immer ganz erfolgreich) versucht, zu überspielen. Zudem bildet Lubowski ein gutes Gespann mit seiner Sprechpartnerin Victoria Sturm, die ununterbrochen bemüht ist, ihr fiktionales Gegenüber in der Spur zu halten.
Das Hörspiel ist, wie nicht anders zu erwarten, absolut professionell produziert, inszeniert und mit starker Musik versehen. In Sachen Artwork beweisen die Macher der Serie mal wieder ihren ganz eigenen Stil. Alexander von Wieding sorgt für die entsprechende State-of-the-Art-Umsetzung, so dass sich die Hörspiel-Reihe auch optisch von den zahllosen anderen Holmes-Spin-Offs abhebt.
Die weiteren fünf Folgen werden im zweiwöchigen Abstand auf den gängigen Portalen veröffentlicht. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.