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Gruselkabinett – E. F. Benson – Das Geständnis des Charles Linkworth (194)

VÖ: 07. November 2025   •   Label  Titania Medien
Wir befinden uns im London des Jahres 1912. Der Mörder Charles Linkworth ist zum Tode verurteilt worden, obwohl er stets seine Unschuld beteuerte. Nach der Hinrichtung wird der Gefängnisarzt Dr. Teesdale von Erscheinungen gepeinigt. Charles Linkworth ist aus dem Totenreich zurückgekehrt, um eine offene Rechnung zu begleichen . . .

In den ersten 15 Minuten des Hörspiels wird der Hörer über die Hintergründe der Hinrichtung in Kenntnis gesetzt, wenn Dr. Teesdale seinem Fahrer Mr. Parker von dem Mord des Charles Linkworth berichtet. Als Teesdale am Tag der Hinrichtung in seiner Stube sitzt, hört er ein gruseliges Atmen und der Gefängnisarzt ist sich sicher, dass es der hingerichtete Mörder ist, der ihn heimsucht. Und auch der Wärter Draycott sieht sich mit für ihn unerklärlichen Vorkommnissen konfrontiert. Der Seelsorger Mr. Dawkins warnt den Gefängnisarzt eindringlich davor, den Kontakt mit dem Jenseits aufzunehmen, doch auf Bitten Teesdales spricht Dawkins selbst mit dem Toten, der den beiden Männern schließlich sogar erscheint. So nehmen sich Teesdale und Dawkins wohl oder übel der verstörenden Geschichte des ruhelosen Geistes an, um ihm seine letzte Ruhe zu ermöglichen. Über das Telefon erzählt der Untote, wie er seine Mutter getötet und deren Geld für sich verwendet hat. Nur die wahrhaftige Reue kann den armen Sünder von seiner Last befreien.
Das Motiv des ruhelosen Sünders, der um Vergebung bittet, findet sich in zahlreichen literarischen Werken des Viktorianismus und auch der englischen Romantik. Edward Frederic Benson hat eine unterhaltsame Geschichte um dieses Motiv erschaffen und Marc Gruppe hat diese wie immer gekonnt für das Hörspiel aufgearbeitet. Wie so oft bei den Titania Medien-Produktionen lebt auch „Das Geständnis des Charles Linkworth“ von seiner atmosphärischen Tiefe und weniger von mitreißender Action. Das Hörspiel wird je nach Situation vor allem von Dr. Teesdale (gesprochen von Valentin Stroh) oder Charles Linkworth (den Glenn Goltz glaubhaft zum Leben erweckt) erzählt. Petra Nadolny glänzt als verabscheuungswürdige Mutter des Charles Linkworth, die ihn nach ihrer Ermordung in Träumen heimsucht. Doch durch einen Zufall bricht das mühsam aufgebaute Kartenhaus des Muttermörders zusammen.
„Das Geständnis des Charles Linkworth“ wird in jeglicher Hinsicht dem Anspruch des „atmosphärischen Hörspiels“ gerecht. Handlung, Dramaturgie, Geräusche, Musik, die Sprecher und nicht zuletzt das von Bastien Ephonsus wunderbar illustrierte Artwork schaffen eine düstere Gänsehaut-Atmosphäre, die jedoch nicht unangenehm wirkt. Im Gegenteil, das Hörspiel passt wunderbar in die dunkle Jahreszeit und bietet eine schaurig-schöne Auszeit vom täglichen Stress. Neben den Fällen des Geisterjägers Flexman Low gehört diese Folge des Gruselkabinettes definitiv zu meinen Favoriten der Reihe, da hier einfach alles zusammenpasst. Eine absolute Empfehlung für erwachsene Hörspielfans!

 
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