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Black Jack – XXI

VÖ: 29. August 2025   •   Label  Lion’s Pride Music

Das einleitende „Badlands“ klingt, als würde sich der 90er-Jahre-Jon Bon Jovi noch schnell an der Studiotür den Staub der Prärie und die Reste einer plattgetretenen Klapperschlange von den Boots wischen, um dann den Nachfolger von „Blaze of Glory“ einzuspielen. Gefahren wurde er von CINDERELLAs Tom Keifer.

Laut Labelinfo sind BLACK JACK nicht nur für ihre Live-Performance berühmt, sondern gehören auch zu den unterhaltsamsten Bands in der Rock-Industrie. Dieser Ruf scheint der aus Tura in Indien stammenden Band bislang jedoch noch nicht einmal einen Eintrag bei discogs eingebracht zu haben. Das sollte sich jedoch bald ändern, denn im zehnten Jahr ihrer Bandgeschichte bringt das Quartett in diesem August ihr Debütalbum „XXI“ raus, nachdem es mit dem CD-Bonus-Track „Walgimik“ (damals noch mit Frontmann und in Landessprache!) und „I will survive“ bereits zwei Singles gegeben hat.

Musikalisch knüpft die Band dort an, wo die kanadischen DIEMONDS 2015 mit „Never Wanna Die“ aufgehört haben: „XXI“ ist eine absolut gelungene Mischung aus Sleaze Metal, Radio Rock und vereinzelten poppigen Elementen (man höre auf die Gesangspassage im zweiten Teil von „Echoes Of Thunder“). Dabei würde man nicht darauf kommen, dass die Truppe um Frontfrau Chenie Sintang aus Indien und nicht vom nordamerikanischen Kontinent stammt. Weichspüler wurde beim Songwriting kaum eingesetzt, Songs wie „Believe“ warten sogar mit recht harten Riffs auf. Doch die Wurzeln gehen unüberhörbar in die 80er Jahre Hard Rock Szene zurück. Stimmlich erinnert Chenie Sintang dabei tatsächlich an DIEMONDS-Frontfrau Priya Panda, aber auch an die Schwedin LIV SIN. Es gibt also ordentlich Staub zu fressen, aber darüber vergessen BLACK JACK die Melodien nicht. So fängt der Kopf bei der groovigen Strophe von „Chains of Renegade“ unweigerlich an zu nicken. Das Riff von „High School Haze“ könnte auch von einer frühen CRAZY LIXX-Scheibe stammen und der Chorus geht sofort ins Ohr. Auch „Venomous Embrace“ entpuppt sich schnell als Ohrwurm, holt aber eher die Fans aus dem HALESTORM-Lager ab und ist der perfekte Song für das US-amerikanische Rock-Radio. Wohingegen das abschließende „Battles At The Fore“ ein absoluter Hardrocker zwischen ROXETTE, LITA FORD, VAN HALEN und EUROPE ist, der eigentlich auf keiner Hard Rock Party fehlen dürfte.

BLACK JACK haben ihre Hausaufgaben gemacht und liefern auf ihrem schlicht „XXI“ betitelten Debüt amtlich ab. Dabei zockt das Quartett um die kratzbürstige Frontfrau Chenie Sintang seine Songs mindestens so kaltblütig runter wie der abgezockteste Black Jack Spieler in Las Vegas. Wenn dies erst der Anfang ist, dann wird das nächste Album eine noch größere Sensation. Für mich liefern BLACK JACK mit „XXI“ diesen Sommer das wohl beste Album des Jahres in Sachen zeitgemäßen Hard Rock ab. Absolut empfehlenswert.

Black Jack - Walgimik ( Official Music Video )
Black Jack - I will survive ( Official music video )
 
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