Nach einem Demo dass es mit seinen drei Songs auf knapp zweieinhalb Minuten gebracht hat, legt der Brite nun den fast schon episch langen Erstling vor.
´Leviathan Carcass´ bringt es mit 12 Tracks fast auf eine Viertelstunde. Damit ist das Genre wohl klar, es gibt Grindcore auf die Ohren. In der Regel geht es beim Grindcore inhaltlich ja um eines der drei Ps: Porno, Pathologie oder Politik. Neil Erskine, der alles selbst eingespielt bzw. eingeschrien hat, hat sich für die Politik entschieden, das P ist mir auch das liebste. Dazu passt, dass das Album in Eigenregie veröffentlicht wird. Es ist schön zu sehen, dass der DIY-Gedanke gerade in dieser Szene noch gelebt wird.
Und wer sich mit Politik beschäftigt, hat schnell genug Aggression und Galle angehäuft, um ein solches Album rauszubringen. Die Tracks bieten überdurchschnittlichen Grindcore, der kompromisslos nach vorne brettert, sich aber nie im Chaos verliert. Bei ´Dead Optimists´ geht CHAIRMAKER dann auch mal vom Gas, was dazu führt, dass das Album nicht einfach an mir vorbeirauscht.
Nach den Verfolgen der Nachrichtenlage bietet sich ´Leviathan Carcass´ hervorragend zum Abreagieren an. Darüber aber bitte nicht vergessen, das zu tun, was man kann, damit sich was verändert, da sind wir wieder beim DIY.