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Hanni und Nanni – Ein Hoch auf Hanni und Nanni (80)

VÖ: 17. August 2025   •   Label  Europa
Der Lindenhof steht vor dem Aus. Mal wieder – mag man denken. Doch dieses Mal ist es ernst, denn der Eigentümer des Lindenhofs, der Alte von Linden, ist verstorben und seine Erben wollen das Gebäude an den zwielichtigen Herrn von Schneckenburg verkaufen. Doch da haben sie nicht mit Hanni, Nanni und deren Freundinnen gerechnet.

Den Freundinnen im Lindenhof ist schnell klar, dass irgendetwas nicht stimmen kann: Die Lehrerinnen benehmen sich so seltsam, dass irgendetwas Schlimmes passiert sein muss. Doch Null-Null-Sinje gelingt es schnell, die gewünschten Informationen aus ihrer Mutter, Frau Lemansky (wunderbar gesprochen von Judy Winter) herauszukitzeln. Die Zwillinge und ihre Freundinnen sind sich einig: So einfach werden sie den Lindenhof nicht aufgeben. Und auch ihre Lehrerinnen wollen ihr Internat nicht kampflos in die Hände des unsympathischen Herrn von Schneckenburg geben. Dieser wird von Jens Wawrczeck gesprochen und entpuppt sich als wahrer Widerling. Am Ende ist es ausgerechnet der Futuremax 2000, der den Verkauf des Lindenhofs zu verhindern scheint.
Die Geschichte aus der Feder von André Minninger und Selma Seitz ist eine ganz klassische Hanni & Nanni Geschichte, die für diese besondere Folge jedoch genau aus diesem Grunde absolut passend ist. Nicht nur fällt die 80. Folge der beliebten Hörspielserie in das Jahr des 80. Geburtstags von Regisseurin Heikedine Körting, sondern es handelt sich auch um die letzte Folge mit dem beliebten Sprecherensemble. In Zukunft wird es einen Relaunch von Hanni & Nanni mit neuen Sprecherinnen und neuem Team im Hintergrund geben. Enid Blyton hätte es wohl als „Changing of the Guard” bezeichnet. Aus diesem Anlass gibt es nicht nur diverse Interviews mit den Sprecherinnen, mit dem Autor André Minninger sowie mit Heikedine Körting, sondern auch ein faltbares Poster mit den originalen Covern und einem signierten (Drucke) Poster des aktuellen Artworks. Welches auch einer meiner wenigen Kritikpunkte ist. Denn für die letzte Folge des traditionsreichen Ensembles (immerhin seit 1972) hätte ich mir nochmal ein Artwork im Stile der frühen Folgen gewünscht – eines, das weniger nach KI aussieht. Auch konnte ich mich bis heute nicht so recht mit dem „neuen“ Titelsong der Hörspielreihe anfreunden. Davon abgesehen ist „Ein Hoch auf Hanni und Nanni“ ein wirklich würdiges Ende einer Ära. Regine Lamster als Hanni, Manuela Dahm als Nanni, die unverwechselbare Reinhilt Schneider als Jenny, Susanne Wulkow als Hilde und natürlich Lutz Mackensy als langjähriger Erzähler erwecken den Lindenhof ein letztes Mal mit Leben, so dass es wirklich Spaß macht, den Sprechern und Sprecherinnen zuzuhören. Im Booklet findet der Hörer kurze Vorstellungen der Hauptdarstellerinnen mit aktuellen wie alten Bildern. Während Heikedine Körting nochmal hochkarätige Sprecher selbst für Nebenrollen (z. B. Andreas Fröhlich) rekrutieren konnte, hat André Minninger dem Hörspiel ein besonders schönes Ende spendiert, denn zur Party ist sogar Erzähler Mackensy geladen – obwohl dieser zuvor nicht als Investor in den Lindenhof einsteigen wollte. Toll, wie Minninger in dieser besonderen Folge Wege gefunden hat, um den Abschied auch hörbar und mit einem lachenden Auge zu zelebrieren.
Hanni & Nanni gehörten – neben den Schreckenstein-Büchern – für eine ganze Generation von jungen Lesern und Leserinnen zur Pflichtlektüre, öffneten die Geschichten doch die Türen zu einer Welt, in die sich viele der jungen Menschen hineinwünschten. Ähnliches erlebten wir später wohl nur mit den Geschichten um den jugendlichen Zauberer Harry Potter. Für mich ist dies der krönende Abschluss einer ganzen Ära und nicht nur deshalb ein Pflichtkauf, weil hier die alte Garde gewissermaßen geschlossen abtritt.Insofern schließe ich mich gerne an: Ein Hoch auf Hanni und Nanni!

 
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