Tübingen, zweite Hälfte der 90er Jahre: Vor der Stefan-Hartmann-Halle, in der damals noch das „Bang Your Head Festival“ stattfand, kam ich mit einem jungen Mann mit schulterlangem Haar ins Gespräch. Bei diesem ausgesprochen gesprächigen Schweden handelte es sich um Dan Swanö, der nicht nur als Frontmann von EDGE OF SANITY Karriere gemacht hat, sondern der nun auch für Remaster und Remix seines Gesellenstücks „Unorthodox“ verantwortlich zeichnet.
In der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts veröffentlichten EDGE OF SANITY Alben im Jahresrhythmus. Und so folgte dem 1991er Debüt „Nothing But Death Remains“ bereits 1992 das weitaus bemerkenswertere „Unorthodox“, bevor 1993 bzw. 1994 mit „The Spectral Sorrows“ und „Purgatory Afterglow“ vielleicht die bedeutendsten Alben der Bandgeschichte erschienen.
Während „Unorthodox“ im Wesentlichen schwedischen Death Metal präsentierte, ließ sich doch erkennen, dass die Band um Frontmann Swanö und Gitarrist Andreas Axelsson auf dem Weg zu neuen Ufern war. Neben den knarzigen HM2-Sounds und wilder Raserei fanden allenthalben eingängige Melodien und ausgreifende Arrangements den Weg in die (ursprünglich) 14 Songs des Zweitwerks. Diese Tendenzen setzten sich dann auch auf den folgenden Alben fort, was EDGE OF SANITY den Rang einer der hörenswertesten Bands innerhalb der schwedischen Death Metal Szene bescherte. Damit einher gingen auch die künstlerischen Differenzen zwischen Sänger Swanö und Axtmann Andreas, so dass die Band in der zweiten Hälfte der 90er Jahre auseinanderfiel.
Doch machen wir uns nichts vor: Auch wenn Songs wie „Dead But Dreaming“, „After Afterlife“ oder das knackige „Incipience to the Butchery“ damals gern gehörte Todesblei-Songs waren, die sich perfekt auf ein Mix-Tape mit DISMEMBER, UNLEASHED & Co. packen ließen. Das unzweifelhafte und bis heute unerreichte Meisterstück des Albums ist und bleibt natürlich „ENIGMA“, bei dem Swanö erstmals klaren Gesang einsetzt, um die Geschichte des inhaltlich in drei Teile unterteilten Songs auch musikalisch angemessen umsetzen zu können. Für mich ist „Enigma“ nicht nur der Song, der alle anderen Songs des Albums (und der weiteren Bandgeschichte) in den Schatten stellt, sondern auch einer der besten Death Metal Songs die jemals geschrieben wurden. Die stimmigen Arrangements, die grandiosen Melodien und die fesselnde Dramaturgie des Songs sind einfach zeitlos und so war der Track immer Dauergast in meinem Player: vom Walkman über den Discman und den MP3-Player bis hin zum iPod.
Wer heute zu der CD-Version greift, der bekommt ein fettes Doppel-CD-Paket mit zwei unterschiedlichen Versionen des Albums. Auf der ersten CD finden sich die 14 Tracks des Albums plus der Japan-Bonus-Track „Human Aberration“ in remasterter Fassung. Die zweite CD enthält zwar nur zwölf Songs, diese aber dafür in remixter Version. Und auch wenn die Nuancen solcher Neubearbeitungen in mp3 und über PC-Boxen oder entsprechende Kopfhörer nicht immer besonders gut hörbar sind, so lässt sich in diesem Fall doch konstatieren, dass der Remix eine Ecke kantiger ausgefallen ist als die remasterten Versionen. Während heutzutage jeder Re-Release auf das Format einer Doppel-LP aufgeblasen wird, hat man gerade in diesem Fall darauf verzichtet, so dass Vinyl-Fans lediglich zwölf remasterte Songs erhalten: „Beyond the Unknown“ und „The Day Of Majurity“ fehlen. Man müsste sich die entsprechenden Tracks bzw. Versionen dann als digitale Versionen dazukaufen. Vielleicht wäre in diesem Fall doch tatsächlich mal ein Doppelalbum sinnvoll gewesen, um auch den Vinyl-Jüngern das volle Paket zu bieten.
Wenn ich jemals einen Soundtrack meines Lebens zusammenstellen dürfte, dann wäre „Enigma“ mit Sicherheit enthalten. Aber auch jenseits dieses Death Metal Hits gehört „Unorthodox“ zu den Meilensteinen im Schaffen von EDGE OF SANITY, auch wenn die beiden Nachfolger in ihrer Gesamtheit musikalisch noch stimmiger und aufregender ausgefallen sind. „Unorthodox“ gehört definitiv zu den Top 3 Alben in der Band-Diskographie. Und wer es bislang noch nicht im Schrank hat, der sollte die Gelegenheit nun endlich nutzen.
EDGE OF SANITY – “Unorthodox (Re-issue)”
- Ltd. Deluxe 2CD Jewelcase in O-Card (Incl. the full session of 15 tracks on 1st disc and a brand-new remix of 12 tracks on 2nd disc)
- Transparent magenta coloured LP (180g, 12 tracks)
- Digital Album (Remaster, 15 tracks)
- Digital Album (Remix, 12 tracks)


In der ersten Hälfte des letzten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts veröffentlichten EDGE OF SANITY Alben im Jahresrhythmus. Und so folgte dem 1991er Debüt „Nothing But Death Remains“ bereits 1992 das weitaus bemerkenswertere „Unorthodox“, bevor 1993 bzw. 1994 mit „The Spectral Sorrows“ und „Purgatory Afterglow“ vielleicht die bedeutendsten Alben der Bandgeschichte erschienen.
Während „Unorthodox“ im Wesentlichen schwedischen Death Metal präsentierte, ließ sich doch erkennen, dass die Band um Frontmann Swanö und Gitarrist Andreas Axelsson auf dem Weg zu neuen Ufern war. Neben den knarzigen HM2-Sounds und wilder Raserei fanden allenthalben eingängige Melodien und ausgreifende Arrangements den Weg in die (ursprünglich) 14 Songs des Zweitwerks. Diese Tendenzen setzten sich dann auch auf den folgenden Alben fort, was EDGE OF SANITY den Rang einer der hörenswertesten Bands innerhalb der schwedischen Death Metal Szene bescherte. Damit einher gingen auch die künstlerischen Differenzen zwischen Sänger Swanö und Axtmann Andreas, so dass die Band in der zweiten Hälfte der 90er Jahre auseinanderfiel.
Doch machen wir uns nichts vor: Auch wenn Songs wie „Dead But Dreaming“, „After Afterlife“ oder das knackige „Incipience to the Butchery“ damals gern gehörte Todesblei-Songs waren, die sich perfekt auf ein Mix-Tape mit DISMEMBER, UNLEASHED & Co. packen ließen. Das unzweifelhafte und bis heute unerreichte Meisterstück des Albums ist und bleibt natürlich „ENIGMA“, bei dem Swanö erstmals klaren Gesang einsetzt, um die Geschichte des inhaltlich in drei Teile unterteilten Songs auch musikalisch angemessen umsetzen zu können. Für mich ist „Enigma“ nicht nur der Song, der alle anderen Songs des Albums (und der weiteren Bandgeschichte) in den Schatten stellt, sondern auch einer der besten Death Metal Songs die jemals geschrieben wurden. Die stimmigen Arrangements, die grandiosen Melodien und die fesselnde Dramaturgie des Songs sind einfach zeitlos und so war der Track immer Dauergast in meinem Player: vom Walkman über den Discman und den MP3-Player bis hin zum iPod.
Wer heute zu der CD-Version greift, der bekommt ein fettes Doppel-CD-Paket mit zwei unterschiedlichen Versionen des Albums. Auf der ersten CD finden sich die 14 Tracks des Albums plus der Japan-Bonus-Track „Human Aberration“ in remasterter Fassung. Die zweite CD enthält zwar nur zwölf Songs, diese aber dafür in remixter Version. Und auch wenn die Nuancen solcher Neubearbeitungen in mp3 und über PC-Boxen oder entsprechende Kopfhörer nicht immer besonders gut hörbar sind, so lässt sich in diesem Fall doch konstatieren, dass der Remix eine Ecke kantiger ausgefallen ist als die remasterten Versionen. Während heutzutage jeder Re-Release auf das Format einer Doppel-LP aufgeblasen wird, hat man gerade in diesem Fall darauf verzichtet, so dass Vinyl-Fans lediglich zwölf remasterte Songs erhalten: „Beyond the Unknown“ und „The Day Of Majurity“ fehlen. Man müsste sich die entsprechenden Tracks bzw. Versionen dann als digitale Versionen dazukaufen. Vielleicht wäre in diesem Fall doch tatsächlich mal ein Doppelalbum sinnvoll gewesen, um auch den Vinyl-Jüngern das volle Paket zu bieten.
Wenn ich jemals einen Soundtrack meines Lebens zusammenstellen dürfte, dann wäre „Enigma“ mit Sicherheit enthalten. Aber auch jenseits dieses Death Metal Hits gehört „Unorthodox“ zu den Meilensteinen im Schaffen von EDGE OF SANITY, auch wenn die beiden Nachfolger in ihrer Gesamtheit musikalisch noch stimmiger und aufregender ausgefallen sind. „Unorthodox“ gehört definitiv zu den Top 3 Alben in der Band-Diskographie. Und wer es bislang noch nicht im Schrank hat, der sollte die Gelegenheit nun endlich nutzen.
EDGE OF SANITY – “Unorthodox (Re-issue)”
- Ltd. Deluxe 2CD Jewelcase in O-Card (Incl. the full session of 15 tracks on 1st disc and a brand-new remix of 12 tracks on 2nd disc)
- Transparent magenta coloured LP (180g, 12 tracks)
- Digital Album (Remaster, 15 tracks)
- Digital Album (Remix, 12 tracks)

