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The Prophecy23 – Mosh O'Clock

VÖ: 15. August 2025   •   Label  Massacre Records
Ich bin natürlich wieder etwas spät dran, denn das aktuelle Album von THE PROPHECY23 ist bereits im August erschienen. Doch ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es niemals zu spät ist, denn wie der Chronograph zeigt ist es exakt „Mosh O’Clock“! Glück gehabt!

Fünf Jahre sind seit dem exzellenten „Fresh Metal“-Album vergangen und die Welt ist eine vollkommen andere als damals. Doch eine Sache hat sich (fast) nicht verändert: In den großen Printmagazinen haben THE PROPHECY23 nach wie vor einen schweren Stand und die Mischung aus Thrash, Hardcore und Death Metal fiel auch auf diesem Album wieder bei meinen Kollegen von Deaf Forever und Metal Hammer durch. Zu wenig roter Faden, zu klamaukig, zu grün. In der Suppe der Heilbronner ließen sich viele Haare finden – kein Wunder, dass Frontmann Hannes mittlerweile Platte trägt. Lediglich im Rock Hard zeigt sich Kollege Küper angetan und bescheinigte den Crossover-Mosher mit „Mosh O’Clock“ die bislang stärkste Scheibe abgeliefert zu haben. Der erneute Einstieg in die deutschen Charts scheint ihm recht zu geben. Doch unabhängig von Chart-Platzierungen bleibt „Mosh O’Clock“ für mich das stärkste Album seit dem stärksten Album, welches eindeutig „Fresh Metal“ war. Aber auch davor lassen sich in der Diskografie der Baden-Württemberger absolute Hits finden, die den Kritikern offenbar entgangen sind. „Party like it’s ‘84“ anybody? Um nur ein Beispiel zu nennen. Doch zurück zum aktuellen Werk der Fresh Metaller. Die sind ihrem eigenen Stil absolut treu geblieben und haben für ihre Mischung aus groovenden Riffs, schnellen Passagen und punkigen Ausflügen bei Kai Stahlenberg in den Kohlekeller Studios genau den passenden Sound verpasst bekommen – auch wenn mich im Label-Info der Hinweis „bekannt für Top-Alben … von ELECTRIC COWBOY etwas verwirrt hat. Meines Wissens haben die nicht einmal einen guten Song, geschweige denn ein ganzes Album. Doch dessen ungeachtet hat Stahlenberg den Songs auf „Mosh O’Clock“ einen richtig fetten Sound verpasst, so dass der Kopf unweigerlich in den Nick-Modus verfällt, wenn „Chill ‘Em All“ das Album eröffnet. Der titelgebende Nachfolge-Song ist zwar gut, verliert aber gegen „Work Eat Sleep Repeat“, welches an dritter Stelle des Albums rangiert. Und während man an anderer Stelle den „Humor“ der Band kritisierte, bin ich ein absoluter Fan der Wortspiele von THE PROPHECY23: „Welcome To The Blast Beach“ ist aber nicht nur ein cooler Songtitel, sondern auch ein hörenswerter Song. Dass die Band keine Kirmestruppe ist, beweist „Fresh Metal Fights Fascism“, mit dem ganz klare Kante gezeigt wird. Zwar ist nicht alles Gold, was grün ist und so hat sich etwa mit „I Feel Black“ auch ein kleiner Stinker eingeschlichen, doch „Good Enough For Me“ holt die Band dann schon wieder aus dem schwarzen Loch empor. Und während „23/7“ vor allem mit dem Titel begeistert, holt mich der Crossover in „No Money Back“ wieder voll ab. Und die Gang-Shouts in „I Won’t Go“ sind absolut präzise gesetzt. Hier zahlt sich das permanente Touring der Band hörbar aus. Ein gelungener Abschluss für ein absolut stimmiges Album!
Mit einem Album wie „Mosh O’Clock“ in der Hinterhand dürfte es THE PROPHECY23 ziemlich egal sein, ob sie in den großen Mags regelmäßig schlechtgeredet werden oder nicht, denn die Truppe hat sich ohnehin längst eine solide Fanbase erspielt. Und Album Nr. 5 enthält so viele gelungene Crossover-Mosher, dass man sich sicherlich nicht hinter jüngeren Veröffentlichungen von Szenegrößen wie SUICIDAL TENDENCIES verstecken muss. In diesem Sinne: Thrash Fresh!
The Prophecy 23 - Mosh O'Clock - Lyric Video
 
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