Sachen gibt’s: MORPHEUS waren irgendwie eine All-Star-Band, noch ehe die Musiker (kleine) Stars wurden.
Nach der Einleitung komme ich natürlich nicht um etwas Namedropping herum: Die Bandmitglieder waren/sind auch in Combos wie CARBONIZED, DISMEMBER, NIFELHEIM, AMON AMARTH und vor allem NECROPHOBIC aktiv.
Damit ist die Stoßrichtung klar: Es gibt schwedischen Death Metal auf die Lauscher. Auch wenn Morpheus ein Gott der Träume ist, sind die Songs mitnichten einschläfernd.
Den Anfang machen die vier Tracks der im Sommer 1991 im Sunlight Studio aufgenommenen ´In The Arms Of...´ EP. Grob trifft es Melodic Death Metal wohl am besten, wobei MORPHEUS wesentlich aggressiver als beispielsweise die vor kurzem ebenfalls über VIC Records wiederveröffentlichten INTERNAL DECAY zu Werke gehen. So ballert ´Thoughts of Distrust´ nach einem herrlich dissonanten Beginn ohne große Melodieführungen nach vorne. Durch klug gesetzte Breaks bleibt der Song spannend. Ich bin immer wieder an frühe DESULTURY erinnert, auch wenn deren Thrash Kante fehlt. Die EP hat den Test of Time auf jeden Fall bestanden.
Als Bonus gibt es dann noch das ´Obscurity´ Demo der Vorgängerband EXHUMED. Ich weiß nicht, warum man sich umbenannt hat, die Amis gleichen Namens haben ja erst 1991 das erste Demo rausgebracht. Vielleicht beantworten die mir nicht vorliegenden Liner Notes diese Frage. ´Obscurity´ wurde schon im Sommer 1990 ebenfalls im Sunlight eingeprügelt. Die Tatsache, dass es keinen Song doppelt gibt, zeigt, wie produktiv die Jungs damals waren. Das Demo klingt etwas rauer, was mir ganz gut gefällt. Stilistisch gibt es keine großartigen Brüche zur EP.
VIC Records bringen die Werkschau nur als CD heraus. Wer beides auf einem Vinyl haben möchte, kann auf die Wiederveröffentlichung von Temple of Darkness Records aus 2013 zurückgreifen. Die hat ebenfalls das Demo als Bonus und man spart die Mondpreise, die für das Original aufgerufen werden.
Daniel Ekeroth bringt es in Swedish Death Metal auf den Punkt: „Eine der zahllosen guten schwedischen Death Metal Bands der frühen 1990er, die trotz toller Musik nicht aus dem Untergrund herauskamen...sollte man mal gehört haben.“ So isses.