Mit „Ascension“ haben sich PARADISE LOST nicht nur selbst übertroffen, sondern sicherlich auch den aktuellen Standard für ihr Genre gesetzt. Doch neben dem Meisterwerk der trübseligen Briten dringt der zaghafte Glanz zweier Sonnen in die herbstlichen Septembertage: COLOSALIST melden sich nach mehr als zehn Jahren mit „Two Suns“ zurück.
Die 90er Jahre wurden schon damals schlechter geredet, als sie musikalisch waren. Immerhin hat das Jahrzehnt die bislang letzten relevanten stilistischen Evolutionen im Metal-Universum hervorgebracht. Neben PARADISE LOST öffneten Bands wie TIAMAT, THERION, MY DYING BRIDE, CEMETARY & Co. die Tore zu neuen, ebenso schwermütigen wie fesselnden Welten. Aus diesem Mutterboden sprießen deutlich hörbar die musikalischen Blüten von COLOSALIST, die ihre Vorbilder nicht kopieren, aber doch auf ihre eigene Weise zitieren. Dabei besticht „Two Suns“ vor allem auch durch den variablen wie gelungenen Einsatz von gleich drei Sängern, so dass tiefe Growls ebenso zum Songgeschehen gehören wie weibliche Vocals und düsterer Gesang im Stile des „Icon“-Nick Holmes. Ein Song wie „Witness From Shadows“ greift dabei die frühen LAKE OF TEARS auf, ebenso wie die Aggressivität von FURBOWL. Die tschechisch-norwegische Kooperation ist stets darauf bedacht, nicht einfach nur einen Abklatsch ihrer Vorbilder zu liefern, sondern die verschiedenen Bands als Inspiration für eigene Kompositionen zu nutzen, die Melancholie in grandioser Weise mit Melodie und Eingängigkeit verbinden. So finden sich in „Visdomer“ opulente Passagen, die im wunderbaren Kontrast zu den kratzigen Vocals der Strophen stehen. Der Refrain hingegen geht nur schwer wieder aus dem Ohr. Die Single „Die Inside Me“ kreuzt abermals die DNA von LAKE OF TEARS mit den Doomstern von CORPORAL PUNISHMENT und überzeugt durch tiefschwarze Strophen, denen abermals ein eingängiger Chorus gegenübersteht.
Bereits der Opener „From the Others“ deutet an, wie problemlos COLOSALIST tiefe Traurigkeit, eingängige Melodien und schwere Riffs miteinander verknüpfen können. Mit „Creeping Frost“ hat die Band den vielleicht schwächsten Song an die Nummer 2 der Setlist gestellt – aber vielleicht gefällt mir auch nur die Melodie nicht. Das Riff ist im Herzen recht modern, doch die Band taucht es in tiefes Schwarz und erinnert letztlich an die Schweden von ROSICRUCIAN, die es in den 90er Jahren auf zwei Alben gebracht haben.
COLOSALIST punkten gleich mit einer ganzen Reihe potentieller Genre-Hits: Neben „Visdomer“ und „Die Inside Me“ sind da vor allem „Soul of Birds“ und „No Angels at Home“ zu nennen. Und trotz aller Eingängigkeit empfehlen sich COLOSALIST aufgrund der omnipräsenten Melancholie und der schweren Riffs weniger für den Fernsehgarten als für das Mera Luna Open Air, denn an den Songs auf „Two Suns“ werden sowohl Fans von THE NEPHILIM ihre Freude haben wie auch die Anhänger TIAMATs zur „Clouds“ und „Wildhoney“ Phase. Und auch wer PARADISE LOST vor allem von „Gothic“ bis „Dragonian Times“ hörte, dürfte an „Two Suns“ Gefallen finden.
Neben PARADISE LOSTs „Ascension“ ist „Two Suns” von COLOSALIST zweifelsohne das stärkste Düster-Metal-Album des Jahres und es ist zu hoffen, dass die Band nicht abermals elf Jahre benötigt, um neues Material in Form zu gießen. Andererseits hat sich das Warten auf dieses Album auf jeden Fall gelohnt. Besser und authentischer kann man 90er-Jahre-Gothic-Death-Metal im 21. Jahrhundert nicht zelebrieren.
Leider scheint es „Two Suns“ in unseren Breiten lediglich als digitale Veröffentlichung zu geben, so dass zu hoffen bleibt, dass sich in Zukunft ein größerer Vertriebspartner finden lässt.
Die 90er Jahre wurden schon damals schlechter geredet, als sie musikalisch waren. Immerhin hat das Jahrzehnt die bislang letzten relevanten stilistischen Evolutionen im Metal-Universum hervorgebracht. Neben PARADISE LOST öffneten Bands wie TIAMAT, THERION, MY DYING BRIDE, CEMETARY & Co. die Tore zu neuen, ebenso schwermütigen wie fesselnden Welten. Aus diesem Mutterboden sprießen deutlich hörbar die musikalischen Blüten von COLOSALIST, die ihre Vorbilder nicht kopieren, aber doch auf ihre eigene Weise zitieren. Dabei besticht „Two Suns“ vor allem auch durch den variablen wie gelungenen Einsatz von gleich drei Sängern, so dass tiefe Growls ebenso zum Songgeschehen gehören wie weibliche Vocals und düsterer Gesang im Stile des „Icon“-Nick Holmes. Ein Song wie „Witness From Shadows“ greift dabei die frühen LAKE OF TEARS auf, ebenso wie die Aggressivität von FURBOWL. Die tschechisch-norwegische Kooperation ist stets darauf bedacht, nicht einfach nur einen Abklatsch ihrer Vorbilder zu liefern, sondern die verschiedenen Bands als Inspiration für eigene Kompositionen zu nutzen, die Melancholie in grandioser Weise mit Melodie und Eingängigkeit verbinden. So finden sich in „Visdomer“ opulente Passagen, die im wunderbaren Kontrast zu den kratzigen Vocals der Strophen stehen. Der Refrain hingegen geht nur schwer wieder aus dem Ohr. Die Single „Die Inside Me“ kreuzt abermals die DNA von LAKE OF TEARS mit den Doomstern von CORPORAL PUNISHMENT und überzeugt durch tiefschwarze Strophen, denen abermals ein eingängiger Chorus gegenübersteht.
Bereits der Opener „From the Others“ deutet an, wie problemlos COLOSALIST tiefe Traurigkeit, eingängige Melodien und schwere Riffs miteinander verknüpfen können. Mit „Creeping Frost“ hat die Band den vielleicht schwächsten Song an die Nummer 2 der Setlist gestellt – aber vielleicht gefällt mir auch nur die Melodie nicht. Das Riff ist im Herzen recht modern, doch die Band taucht es in tiefes Schwarz und erinnert letztlich an die Schweden von ROSICRUCIAN, die es in den 90er Jahren auf zwei Alben gebracht haben.
COLOSALIST punkten gleich mit einer ganzen Reihe potentieller Genre-Hits: Neben „Visdomer“ und „Die Inside Me“ sind da vor allem „Soul of Birds“ und „No Angels at Home“ zu nennen. Und trotz aller Eingängigkeit empfehlen sich COLOSALIST aufgrund der omnipräsenten Melancholie und der schweren Riffs weniger für den Fernsehgarten als für das Mera Luna Open Air, denn an den Songs auf „Two Suns“ werden sowohl Fans von THE NEPHILIM ihre Freude haben wie auch die Anhänger TIAMATs zur „Clouds“ und „Wildhoney“ Phase. Und auch wer PARADISE LOST vor allem von „Gothic“ bis „Dragonian Times“ hörte, dürfte an „Two Suns“ Gefallen finden.
Neben PARADISE LOSTs „Ascension“ ist „Two Suns” von COLOSALIST zweifelsohne das stärkste Düster-Metal-Album des Jahres und es ist zu hoffen, dass die Band nicht abermals elf Jahre benötigt, um neues Material in Form zu gießen. Andererseits hat sich das Warten auf dieses Album auf jeden Fall gelohnt. Besser und authentischer kann man 90er-Jahre-Gothic-Death-Metal im 21. Jahrhundert nicht zelebrieren.
Leider scheint es „Two Suns“ in unseren Breiten lediglich als digitale Veröffentlichung zu geben, so dass zu hoffen bleibt, dass sich in Zukunft ein größerer Vertriebspartner finden lässt.