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Nero Doctrine - Daughter Of The Sea [EP]

VÖ: 15. September 2025   •   Label  Selbstverlag
Nero Doctrine formierten sich 2012 unter anderem Namen im schönen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Im Folgejahr veröffentlichten sie ihr Debütalbum, 2017 erschien das zweite Werk. Ende 2023 kam es zu einem Line-up-Wechsel durch Abgänge an Gitarre und Schlagzeug. Nero Doctrine haben die Absicht, eine Trilogie aus EP zu veröffentlichen, Daughter Of The Sea definiert dazu den Start. Für Teil 2 will man gegen Ende 2025 mit den Aufnahmen beginnen. Lesern des Twilight Magazin könnten Nero Doctrine durch das Rock unter den Eichen Festival ein Begriff sein. Reviewt, so meine Recherche, wurden sie jedoch bislang noch nicht im Twilight Magazin. 
Das Cover-Artwork aller drei EP stammt von Robert Lefold. Alle Cover ergeben dann ein Gesamtbild, weshalb sich die Band entschied, es frei von Bandlogo und Titel zu belassen. Eine Reminiszenz an den Starschnitt einer Jugendzeitschrift. 
Die EP umfasst sechs Tracks, davon ist einer eine kleine zarte instrumentale Klavierüberbrückungsmusik mit Cello, also nach Adam Riese findet man fünf "richtige" Songs auf der der EP. Was mir zu allererst in den Gehörgängen angenehm auffällt, ist das deutlich wahrnehmbare Spiel des Bassisten. Die EP startet mit einer Midtemponummer, die hier und da mit Blastbeats aufwartet. Eine zurückhaltende Bridge leitet über ins Gitarrensolo, bevor es leise mit Nylongitarre ausgeklingt. Mir gefallen die Shouts (und die Tonlage) des Sängers sehr gut - wie auf der gesamten EP. Der Titeltrack der EP ist die zweite Nummer, von der Umdrehung her auch Midtempo. Hervorragend finde ich die Dynamik der Gesangslinie (der Shouts/Screams), anfangs sehr zurückhaltend, dann immer kräftiger, teilweise wirkend wie eine Anklage, werdend. Das baut Spannung auf. Kompositorisch absolut klasse. Und sehr druckvoll. Im Anschluss werden acht Milliarden Insekten besungen. Da geht es etwas schneller zur Sache, es bleibt dabei sehr druckvoll. Beim Interlude Träumerei angesagt, Klavier und ein (Annahme) Cello geben dazu Gelegenheit. Wer es spielte/programmierte/arrangierte, bleibt unbekannt. Was wichtiger ist, es klingt gut. Das am Ende gespielte Motiv übernimmt die Gitarre im Intro des Folgetracks Of Moon And Water, bevor einen das erbarmungslose Arbeiten der Doppelfußmaschine der Kickdrum jäh aus der eingenommenen entspannten Haltung reißt. Zumindest bleibt man beim Drumbeat gezügelt, lässt aber auch hier Blastbeats zu. Das Motiv des Intros wird innerhalb des Liedes nochmal aufgegriffen. 
Den Abschluss bildet This Piece Is Ours. Es startet mit einem Gitarrenintro, erst einer Gitarre, dann gesellt sich die zweite dazu. Was dann folgt, ist im besten Sinne mitreißender Metal, wie ihn Sentenced oder früher auch Paradise Lost machten. Druckvolle Begleitung von Rhythmusgitarre und Bass, die Leadgitarre spielt Melodie auf der anderen Seite. Das klang schon sehr gut bei zuvor genannten, Nero Doctrine erschaffen dadurch einen Song, den ich als Meisterwerk bewerten würde. Mein Lieblingssong! Härte und Sehnsucht und ein animierender Groove. Sehr gut arrangiert ist die Bridge mit Klaviereinsatz. This Piece Is Ours setzt damit ein Ausrufezeichen. 
Mein einziger negativer Kritikpunkt bezogen auf die gesamte EP ist die etwas zu dominante und dabei sehr hallschwangere Snare. Ich betone dabei aber, dass mir der sehr organische Klang der Drums sonst sehr zusagt. Und der Groove kommt auch durch das Schlagzeug. Der Mix/die Produktion gefällt mir sehr gut - damit ergeht ein Lob an die Personen im Studio.  

Fazit: Daughter Of The Sea ist ein fulminantes Werk, was die Erwartung an die zwei folgenden EP somit hoch legt. Lassen wir uns überraschen und freuen uns bis dahin an dieser sehr guten Scheibe einer einheimischen Modern MeloDeath Band, die unter Beweis stellt, international absolut konkurrrenzfähig sein zu können. Sehr empfehlenswert!    
 
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